Erste Fairtrade-Region Oberösterreichs besteht seit zehn Jahren
DONAU-AMEISBERG. Ausgehend von Lembach, das Ende 2010 die erste Fairtrade-Gemeinde im Bezirk Rohrbach wurde, entwickelte sich vor zehn Jahren der Lebensraum Donau-Ameisberg zur ersten Fairtrade-Region Oberösterreichs. Hier möchte man dazu beitragen, die Idee des fairen Handels den Menschen näherzubringen.

Seit 2016 versuchen die Gemeinden Lembach, Hörbich, Niederkappel, Hofkirchen, Pfarrkirchen, Kollerschlag, Putzleinsdorf und Sarleinsbach, gemeinsam den fairen Handel voranzutreiben und die Bevölkerung für die Zusammenhänge in unserer globalisierten Welt und die Anliegen der Menschen des globalen Südens zu sensibilisieren.
Eine der wohl beliebtesten und publikumswirksamsten Veranstaltungen ist die Modeschau mit fairer Kleidung, die heuer schon zum achten Mal stattfinden wird. Daneben gibt es eine Reihe von anderen Aktivitäten, mit denen die Region auf die Wichtigkeit von regional und fair produzierten und fair gehandelten Produkten aufmerksam macht.
Fairer Handel muss zur Norm werden
„Solange noch keine fairen Austauschbedingungen zwischen Norden und Süden herrschen, ist Entwicklungszusammenarbeit notwendig. Das langfristige Ziel ist es jedoch, dass der Faire Handel zur Norm wird und so den Menschen in den Ländern des Südens ein Leben unter menschenwürdigen Bedingungen ermöglicht“, heißt es vom Vereinsvorstand. Fairer Handel bedeutet existenzsichernde Preise für sozial Benachteiligte, Vorfinanzierung und langfristige Abnahmeverträge mit Kleinbauern sowie keine Kinderarbeit und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte. „Sie ist somit eine der effizientesten Formen der Armutsbekämpfung“, ist man im Lebensraum Donau-Ameisberg überzeugt.
Derzeit gibt es in Österreich 1.750 Produkte mit dem Fairtrade-Gütesiegel, die an 5.000 Verkaufsstellen angeboten werden. Davon profitieren 1,6 Millionen Bauern und Arbeiter in Entwicklungsländern, deren Lebenssituation durch derartige Projekte unterstützt und verbessert werden kann.
Fair lesen verändert
Zur Bewusstseinsbildung in der Fairtrade-Region Donau-Ameisberg gab es nach der Auftaktveranstaltung im Jänner 2015 und der offiziellen Ernennung im August 2016 auch das groß angelegte Projekt „Bibliotheken öffnen Welten“. 21 Bibliotheken und 13 Schulbibliotheken bauten einen Buchbestand rund um den Themenkreis fairer Handel, kritischer Konsum, Klimawandel und faire Arbeitsbedingungen auf.
Willi Hopfner ergänzt: „In unserer Fairtrade-Region ist die TNMS Lembach Fairtrade-Schule und einige Schule sind ebenso bestrebt, diesen Weg zu gehen. So passiert Bewusstseinsbildung bei den Kindern. Durch Fairtrade wird zudem in Bildung vor Ort investiert - das ist eine friedensstiftende Maßnahme.“


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