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400 Jahre Bauernkrieg: Zum Gedenkjahr richtet Lembach den Blick auf Frieden und Zusammenhalt

Martina Gahleitner, 27.03.2026 08:17

LEMBACH. Wenn Mitte Mai die communale oö startet und dabei an den 400 Jahre zurückliegenden Bauernkrieg in OÖ gedacht wird, dann spielt die Gemeinde Lembach eine wichtige Rolle. Hier wird das zeitgenössische Kulturfestival eröffnet – schließlich nahm auch der Aufstand von 1626 in Lembach seinen Anfang. Die Gemeinde richtet den Blick jedoch nicht auf Gewalt und Konflikt, sondern auf den Frieden.

Auch die Schüler beschäftigen sich mit dem Thema Frieden und haben dieses etwa beim Vorlesetag (26. März) mit einem Friedensgedicht aufgegriffen. (Foto: Gahleitner)

Ein tödlicher Raufhandel zwischen hiesigen Bauern und bayerischen Soldaten in Habach zwischen Lembach und Doppl gab im Mai 1626 den entscheidenden Funken für den großen Aufstand. „Damals führten soziale Ungleichheit, religiöse Spannungen und fehlender Dialog zu einer Eskalation. Heute lädt das Gedenkjahr dazu ein, genau diese Themen neu zu denken: Frieden, Mitbestimmung und Zusammenhalt“, begründet Lembachs Bürgermeisterin Nicole Leitenmüller das Kultur- und Erinnerungsprojekt. „Frieden beginnt dort, wo Menschen sich respektieren und sich auf Augenhöhe begegnen. Das gilt in allen Lebensbereichen und jeden Tag braucht es Mut dazu“, ergänzt sie. Dieser Gedanke spiegelt sich auch im Titel „Mut zum Frieden“ wider, unter dem die Aktivitäten im heurigen Gedenkjahr stehen.

Eine neunköpfige Kerngruppe hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahre mit Herzblut, Überzeugung und Idealismus mit dem inhaltlichen Konzept und der Organisation auseinandergesetzt. „Ohne dieses Team, die vielen weiteren ehrenamtlichen Mitwirkenden und ohne die großartige Unterstützung durch unsere regionalen Exklusivpartner wäre ‚Mut zum Frieden‘ nicht möglich gewesen“, ist Leitenmüller dankbar.

Zwei Schwerpunktwochenenden

Was darf man nun in den nächsten Monaten erwarten? Aus den vielen Ideen ist ein buntes Programm aus Kunst, Kultur, Musik und Dialog entstanden. Im Zentrum stehen zwei Schwerpunktwochenenden im Mai und im Juni, die das Thema Frieden aus historischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Perspektiven beleuchten: Am 16. und 17. Mai wird die communale oö mit einem ökumenischen Begegnungsgottesdienst und Festakt offiziell in Lembach eröffnet. Man darf sich dabei auch auf die Erstbegehung des Friedensweges, Kunstobjekte im öffentlichen Raum, Theaterdarbietungen, eine Uraufführung und ein Begegnungsfest am Marktplatz freuen. Außerdem wird das Kunsthaus eröffnet, mit dem ein Leerstand zum Ausstellungsort wird.

Am 19. und 20. Juni folgen dann das LandLaut Forum und LandLaut Marktfest. Vorträge, Diskussionen und Lesungen treffen dabei auf Handwerk, Straßenfest und Livemusik. Das kostenfreie Programm soll auch junge Leute ansprechen. Darüber hinaus beteiligen sich viele Lembacher Vereine und Organisationen sowie die Kinderbildungseinrichtungen aktiv am Projekt und setzen sich in vielfältiger Weise mit dem Thema Frieden auseinander.

Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Für Martin Honzik aus Aigen-Schlägl, Projektleiter der communale oö, ist die Umsetzung in Lembach beispielhaft: „Das ist ein idealer Auftakt. Für ein 400 Jahre zurückliegendes Ereignis ist eine zeitgemäße Übersetzung gelungen, die Geschichte, Brauchtum, Volkskultur mit Gegenwart und Moderne verbindet. Vor allem aber schafft diese Raum für Begegnung.“


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