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St. Veiter Fahrzeugsattler macht Autoträume für Promis und Oldtimer-Freunde wahr

Petra Hanner, 31.03.2026 18:45

ST. VEIT. Oldtimer leben von ihrem besonderen Flair, von originalen Stoffen und ihrem eigenen Geruch. Doch manchmal braucht ihr Innenleben dennoch eine neue Handschrift. In St. Veit sorgt Manfred Wakolbinger dafür, dass aus Leder, Stoff und viel Erfahrung maßgeschneiderte Fahrzeugwelten entstehen.

Manfred Wakolbinger inspiziert sein Werk. (Foto: Hanner)
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Manfred Wakolbinger (53) ist Fahrzeugsattler-Meister – ein äußerst seltener Beruf, der ihm oft außergewöhnliche Arbeit einbringt. Die Innenraum-Restaurierung von Oldtimern gehört zu seinem täglichen Brot. „Sattlerei, das bedeutet Nähen, Kleben, extrem genau sein. Alles, was man mit Stoffen oder Leder bespannen kann, etwa Armaturen, Sitze oder Cabrio-Dächer, gehört zu meinem Arbeitsfeld“, beschreibt er.

Ein ganz besonderer Fall

Oft geht es um Individualität für den Kunden. So, wie bei seinem aktuellen Projekt, einem Auto der Marke Hummer: „Ein prominenter Kunde wünscht sich einen komplett weißen Innenraum – von der Tür bis zum Himmel, vom Armaturenbrett bis zum Lenkrad. Jedes einzelne Detail! Ich bin schon ein wenig in Verzug und muss schnell fertig werden, denn der Kunde braucht den Wagen für einen Film“, verrät Wakolbinger. Wer der Promi ist, darf er vorerst noch nicht sagen. Bisher hat er in dessen Hummer jedoch schon knapp 400 Stunden Arbeitszeit binnen drei Monaten investiert.

Geduldsprobe

Bei seiner Arbeit mit Oldtimern versucht Manfred Wakolbinger, so nah wie nur möglich am Original zu bleiben. Dazu muss er viel recherchieren, braucht eine gute Vorstellungskraft und muss heikel und genau sein. „Öfters muss ich etwas vier-, fünfmal machen, bis ich zufrieden bin. Es ist viel Bastelei und Ärgern, bis es passt. Man muss sich ja vorstellen, viele meiner Kunden lassen ihre Fahrzeuge als Wertanlage restaurieren. Dem Anspruch muss man gerecht werden.“

Eines seiner Glanzstücke, das er vor zwei Jahren für einen Oldtimer-Liebhaber aus St. Peter restaurieren durfte, war das Dach eines Ford N aus dem Jahr 1906. „Das war extrem viel Recherchearbeit und Lernen. Am Verdeck habe ich etwa 300 Stunden lang gearbeitet.“

Neue Geschäftsfelder

Auch moderne Technik hält Einzug, denn sein Bruder Markus aus Kirchschlag macht 3D-Drucke und das ergänzt sich bestens mit Manfreds Arbeit. Für kleine Blenden oder schöne Abschlüsse nutzt der Sattler die Dienste des Bruders. Und weil die Kombi so gut ist, hat es Manfred auch in einen anderen Bereich als Fahrzeugsatteln verschlagen. Der Bruder macht Verkleidungen aus dem 3D-Drucker für Körperprothesen, welche Manfred dann per Hand ergänzt, etwa um einen Reißverschluss.

Ein spannendes Projekt hat dem Duo nun auch eine Kooperation mit einem großen Leitbetrieb aus Linz eingebracht: „Wir verkleiden mithilfe von 3D-Druck und meines Know-hows technische Komponenten. In diesem Bereich bin ich gespannt, was noch kommen wird.“

Nachwuchs fehlt

Eigentlich kann sich Manfred auch vorstellen, einen Lehrling aufzunehmen, „aber das müsste wirklich passen, sowohl vom handwerklichen Können als auch von der Arbeitseinstellung her.“ Weil Nachwuchs könnte die Branche wirklich brauchen.

Mit dem Bus durch die Welt

Ausgleich findet der Handwerksmeister beim Reisen, allerdings nicht im Luxus, sondern am liebsten als Busfahrer auf längeren Touren. „Das ist für mich der komplette Kontrast zur Werkstatt“, sagt er. Nach solchen Auszeiten kehrt er jedoch gerne zurück: „Arbeit gibt es immer genug.“


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