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Leserbrief: Hintergründe zum Bauernaufstand 1626 oder wer für Kriege bezahlt

Martina Gahleitner, 15.05.2026 07:57

NEUSTIFT. Franz Schlagitweit aus Neustift hat in einem Leserbrief die Hintergründe zum Baueraufstand 1626 zusammengefasst.

 (Foto: tips.at)
(Foto: tips.at)

Neben den häufig erwähnten Ursachen ist eine sehr unterbelichtete Seite der Bauernaufstände von 1595/97 und 1626 die sehr hohe Abgabenlast, die auf den Bauern ruhte und zwar aufgrund der Kosten der Türkenkriege. Auf dem Reichstag von Regensburg 1576 wurden dem Kaiser 7.680.000 Gulden  für diesen Verteidigungskrieg  bewilligt, die innerhalb von sechs Jahren von den geistlichen und weltlichen Grundherren abzuliefern seien. Der Reichstag hatte die Fürsten ausdrücklich ermächtigt, die ihnen zugeteilte Quote auf die Untertanen umzulegen. Dies erhöhte die Abgabenlast der Bauern enorm. Aber das war noch nicht alles. 1594 mussten die Grundherrschaften  bereits erneut 10.240.000 Gulden über die Bauern aufbringen und 1598 abermals 7.680.000 Gulden auf drei Jahre. Hinter den hohen Abgabenforderungen steckten nicht einfach Gier und Willkür der geistlichen und weltlichen Grundherren, sondern die Rüstungsausgaben für einen  Krieg, von dem die Bauern kaum eine Kenntnis hatten, geschweige, dass einer von ihnen jemals einen Türken gesehen hatte. Noch dazu wurden diese Abgaben zu einer Dauereinrichtung.

Unbeteiligte müssen bezahlen

Dass Kriege  im Nachhinein von völlig Unbeteiligten zu bezahlen sind, sollte in Zeiten wie diesen keinesfalls unter den Tisch gekehrt werden. Auch die hunderte Milliarden unseres europäischen Krieges werden  nicht aus den Taschen der „Fürsten“ bezahlt werden, sondern sie  werden  durch passende Beschlüsse umgelegt vor allem auf die niedrigsten Einkommensschichten. Den Krieg bezahlen nicht NATO oder  EU, sondern  die EU-Bürger. Das Gedenkjahr 1626 könnte  uns warnen.

Verfasser: Franz Schlagitweit, Neustift


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