Klara Pöschl: Von Casting-Nummer 125 auf die „Jedermann“-Bühne
ROHRBACH-BERG. Im Scheinwerferlicht stehen ist für Klara Pöschl nichts Unbekanntes, die Rohrbach-Bergerin ist seit vielen Jahren als Werbemodel und Darstellerin tätig. Eine Bewerbung für die Salzburger Festspiele war aber auch für sie etwas ganz Besonderes. Zwischen internationalen Schauspielern und Profitänzern trat sie beim Casting an – und stand dann tatsächlich beim „Jedermann“ auf der Bühne.

„Ich war die Nummer 125. Um mich herum standen professionelle Tänzerinnen und Tänzer. Irgendwann bekam ich den Hinweis: Du kannst dich schon einmal aufwärmen“, erzählt die Commercial-Darstellerin Klara Pöschl. Während neben ihr Spagate gemacht, Breakdance-Übungen und akrobatische Bewegungen trainiert wurden, dachte sich die 53-Jährige nur: Na bravo. „Ich habe mit meinen 53 Jahren den Altersdurchschnitt doch ziemlich angehoben“, schmunzelt sie. Die anspruchsvolle Choreografie nahm Pöschl mit Humor: „Ich bin eine leidenschaftliche Freestyle-Tänzerin. Also habe ich einfach Spaß daran gehabt und vor der Casting-Crew so richtig abgetanzt.“ Ihre Strategie war nicht Perfektion, sondern Persönlichkeit. „Ich bringe Mut, Lebensfreude, positive Energie und Neugier mit.“ Genau das könnte letztlich den Unterschied gemacht haben. Denn am Ende war die Rohrbach-Bergerin Teil der diesjährigen „Jedermann“-Inszenierung.
Es braucht Charakter und Persönlichkeit
Die Geschichte von Klara Pöschl ist also auch eine, die Mut machen will. „Nicht alles muss perfekt, glatt und austauschbar sein. Gerade in Film, Theater und Werbung braucht es Menschen mit Charakter – nicht nur makellose Oberflächen“, ist sie überzeugt. Beruflich war 2025 für Pöschl, die als Werbemodel und Darstellerin für Charakter- und Best-Ager-Rollen tätig ist, ein Jahr, in dem sie sich neu orientieren musste. Die wirtschaftliche Situation und die zunehmende Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) veränderten auch den Commercial-Bereich. Weniger Buchungen, mehr Konkurrenz – da dachte sie sich: Warum nicht etwas völlig anderes ausprobieren?Der „Jedermann“ war ihr dabei nicht fremd. Dreimal hat sie das Stück bereits als Zuschauerin erlebt. „Mich fasziniert diese Story von Hugo von Hoffmannstal , weil Leben und Sterben uns alle betrifft. Und weil das letzte Hemd nun einmal wirklich keine Taschen hat.“ Dass sie nun selbst Teil dieser Geschichte wurde, empfindet sie als surreal. Noch dazu, wo Salzburg und das Salzkammergut für sie seit ihrer Kindheit Sehnsuchtsorte sind. Schon mit 15 Jahren arbeitete sie im Sommer im Schneiderwirt in Altaussee und begegnete dort auch Klaus Maria Brandauer. Dem Salzkammergut ist sie bis heute treu geblieben, regelmäßig verbringt sie die Sommer mit ihrer Familie in dieser Gegend.
Noch mehr Film, TV und Werbung
Nun beginnt für Klara Pöschl das nächste Kapitel: „Noch mehr Film, TV und Werbung“, kündigt sie an. Derzeit ist sie in Paris und verbindet dabei Arbeit und Urlaub, Business und Vergnügen. Außerdem wurde die Rohrbach-Bergerin von einer Agentur in Kapstadt unter Vertrag genommen. Im Februar und März wird sie dort für Projekte und Brands vor der Kamera arbeiten.








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