Lions-Jugendaustausch: Gymnasium-Schülerin aus Lichtenau erlebte Sommerabenteuer in Finnland
LICHTENAU/BEZIRK ROHRBACH. Ein ganz besonderes Sommerabenteuer liegt hinter Nora Keplinger: Über den Lions-Jugendaustausch verbrachte die Gymnasium-Schülerin aus Lichtenau drei Wochen in Finnland und kehrte mit neuen Perspektiven und internationalen Freundschaften zurück.

„Die drei Wochen in Finnland haben sich wie ein Wimpernschlag angefühlt, und trotzdem hatte ich das Gefühl, schon ewig dort zu sein und die anderen Campmitglieder mein Leben lang zu kennen“, resümiert Nora. Schon Monate vorher hatte sie dem Flug und dem Aufenthalt in Finnland entgegengefiebert und bereits Kontakt zum Campleiter aufgenommen.
Die ersten acht Tage verbrachte Nora bei ihrer Gastmutter, teils im Sommerhaus am See, teils in deren Wohnung in Helsinki. „Ich war gleich voll im Alltag drinnen“, erzählt die Mühlviertlerin. „Wir haben den Balkon gestrichen, sind zum Bauernmarkt gefahren, haben die schönsten Orte in der Gegend erkundet und ich bin zum ersten Mal in die Sauna gegangen.“ Natürlich wurde auch gemeinsam gekocht – mal finnisch, mal österreichisch. An Helsinki gefielen der kunstinteressierten Jugendlichen vor allem die Architektur, aber auch, wie ruhig und grün die Stadt ist.
Die Welt in einem Camp
Danach ging es für die Schülerin der siebten Klasse des Gymnasiums Rohrbach weiter ins Solvalla Camp. Dort traf sie auf 30 weitere Jugendliche aus 13 Nationen – von Deutschland, Italien und den USA über Brasilien bis nach Japan. „Wir sind wahnsinnig schnell zusammengewachsen“, sagt Nora und erzählt vom gemeinsamen Wandern, Kanufahren, Lagerfeuern und natürlich den regelmäßigen Saunagängen mit Abkühlung im See, von Ausflügen zur Aalto-Universität, in Museen und einer Mine, und von den abwechslungsreichen Aktivitäten im Camp selbst. „An einem Abend haben alle ihre Heimatländer vorgestellt. Aber dabei habe ich nicht ansatzweise so viel über andere Länder erfahren wie beim Zusammenleben mit den anderen Jugendlichen.“ Vor allem eines habe sie gelernt: „Dass wir uns trotz aller Unterschiede viel ähnlicher sind, als wir glauben.“
20 Jahre Jugendaustausch
Diese paar Wochen im Sommer haben Nora neue Perspektiven eröffnet und sie kann den Lions-Jugendaustausch nur weiterempfehlen: „Der erste Schritt braucht ein wenig Mut. Aber dann ist alles kein Problem“, will sie andere ermutigen, es ihr gleichzutun.
Harald Dobersberger vom Lionsclub Rohrbach-Böhmerwald schließt sich ihr an. Er organisiert gemeinsam mit seiner Frau Andrea seit fast 20 Jahren den Jugendaustausch. Seit 2008 hat er 98 junge Mühlviertler hinaus in die Welt geschickt und 107 junge Gäste aus dem Ausland empfangen. Für ihn ist es eine Herzensangelegenheit: „Die jungen Menschen müssen sehen, wie schön die Welt ist und wie friedlich es sein kann. Beim Reden miteinander, beim Akzeptieren von anderen Meinungen und fremden Kulturen fängt Demokratie an.“
Dobersberger weiß, dass viele der Jugendlichen auch lange nach dem Austausch noch miteinander in Kontakt geblieben sind. „Die ganze Welt wächst hier zusammen, dieses Netzwerk ist unbezahlbar“, ist er überzeugt.








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