BEZIRK ROHRBACH. Ungefähr zehn Jahre vor dem Fall des Eisernen Vorhanges übergab der damalige Landesfeuerwehrkommandant dem Rohrbacher Bezirkskomandanten Othmar Keplinger die Einladung zur Teilnahme am FF-Bewerb in Hohenfurt. Dieser wählte aus Feuerwehrfunktionären des Bezirkes zwei Bewerbsgruppen aus, die bereit waren für eine dreitägige Teilnahme.
Für jeden Teilnehmer musste beim CSSR-Konsulat ein Visum-Antrag gestellt werden. Ein Tagesvisum kostete 130 Schilling. Für jeden Tag waren 200 Schilling zu wechseln, für die man beim Grenzübertritt pro Tag 130 Kronen zurückbekam. In Österreich erhielt man für 200 Schilling bei der Bank ca. 500 Kronen. Die Einfuhr von Kronen war jedoch verboten, denn in der CSSR waren viele Waren fast bis um das zehnfache billiger als bei uns in Österreich. Im Zusammenhang mit dem FF-Bewerb gewährte uns das Konsulat jedoch auch Ermäßigungen. Das Einsammeln der Reisepässe und die Antragstellung bedeutete aber viel Arbeit. Trotzdem übernahm ich sie. Als Grenzübertrittstelle wurde uns Wullowitz vorgeschrieben. Hier erwartete uns zur vereinbarten Zeit der Hohenfurter FF-Kommandant. Am Grenzübergang, wurde nach gründlicher Kontrolle unserer Fahrzeuge und des Gepäcks jedem der Pass mit Visum und die Kronenwährung ausgehändigt. Für unseren Aufenthalt in Hohenfurt waren drei Tage vorgesehen. Ausflug ins Grenzgebiet Nach der Quartierzuteilung bot uns die tschechische Feuerwehr einen Ausflug an. Wir wünschten uns das Grenzgebiet, um zu sehen, wie es hinter dem Dorf Guglwald jenseits der Grenze wohl ist. Unter Aufsicht tschechischer Funktionäre führten uns diese nach Friedberg. Wir übersetzten dort den Moldau-Stausee mit einer Fähre und gelangten in das Nachbardorf Heuraffl. Am Ortseingang befand sich ein Schlagbaum mit Militärposten. Diese verlangen von unseren Tschechen einen Ausweis, ehe sie den Schlagbaum öffneten. Von unseren Begleitern erfuhren wir, dass nicht jeder das Grenzgebiet, zu dem Heuraffl zählte, betreten dürfe. Grund dafür war die von unseren tschechischen Begleitern beklagte Tatsache, dass hier ostdeutsche Urlauber und auch tschechische eine Möglichkeit sahen, illegal über die Grenze nach Österreich zu gelangen. Daher ließ man Fremde nicht in das Sperrgebiet an der Grenze hinein. Eine Tafel am Schlagbaum wies darauf hin: Pozor (Achtung), Hranicni pasmo (Grenzgebiet), Vstup jen na povoleni (Eintritt nur mit schriftlicher Erlaubnis – das war ein zusätzlicher Ausweis). Wir erhielten auch die Auskunft, dass es im Grenzstreifen nur landwirtschaftlichen Arbeitern und Soldaten erlaubt war, zu wohnen. Der folgende Tag war dem FF-Bewerb gewidmet und am dritten Tag ging es wieder heim. Mit den in Hohenfurt geknüpften Kontakten gelang es mir in den folgenden Jahren, hinter die Geheimnisse des Lebens am Eisernen Vorhang zu kommen. Fritz Winkler
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