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Schon in den 1960er-Jahren hatte Oberösterreich eine Flüchtlingskrise zu meistern. Damals kamen hunderttausende Tschechen ins Mühlviertel.

Das waren die ersten tschechischen Wachtürme des Eisernen Vorhanges. In den Sechzigerjahren waren sie baufällig und mussten von Stahltürmen ersetzt werden.

Entlang der Grenze zur CSSR wurden ab 21. August 1968 im Eisernen Vorhang die Tore zum Mühlviertel geöffnet. Grund dafür war der Einmarsch von Truppen der Ostblockstaaten, vor allem der Sowjetunion. Sie mussten die Abkehr der Tschechen von ihrer freiheitlichen Politik mit Waffengewalt erzwingen. Die bei uns einlangenden Flüchtlinge berichteten, dass an den Grenzstraßen nach Österreich zahlreiche Sowjetpanzer stünden. Entsetzen und Angst herrschte bei den grenznahen Bewohnern des Mühlviertels. Alle forderten das Bundesheer zum Schutz der Grenze an. Weil man aber jeden militärischen Konflikt vermeiden musste, durfte das österreichische Militär nicht an die Grenze. Sogar die Grenzschutzkompanien in Rohrbach, Neufelden, Leonfelden und Freistadt mussten zu Hause bleiben. Zur Bewachung der Grenze kamen nur Gendarmen in Frage. Diese kennzeichneten den Grenzverlauf mit kleinen rot-weiß-roten Papierfähnchen, die sie an einem Holzstäbchen in den Boden steckten. 

Wie ernst damals die Lage für Österreich war, beweist die Tatsache, dass täglich Sowjethubschrauber die Grenze entlang flogen, um die Maßnahmen Österreichs im Grenzraum zu kontrollieren. Damit ist Österreich jeglicher militärischen Auseinandersetzung entkommen. Die Folge war, dass sich die Grenzschutzkompanien  auflösten, weil man ihren Schutz nicht mehr haben wollte, zumal der Einsatz gegen Ostarmeen nur zur Niederlage geführt hätte.

Flüchtlinge in Notquartieren

Oberösterreich verwandelte sich in ein riesiges Flüchtlingslager. Notquartiere wurden geschaffen und den Flüchtlingen geholfen. Dieser Zustand dauerte nur kurze Zeit, denn die CSSR kehrte wieder zum ehemaligen System zurück. Der Eiserne Vorhang wurde erneuert und die Holzwachtürme von Metalltürmen abgelöst.

Verfasser: Fritz Winkler


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