Naturtipp im Dezember: Zukunft Flussperlmuscheln

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 05.12.2020 05:45 Uhr

Die Flussperlmuscheln tragen ihren Namen zu Recht. Obwohl die Perlen äußerst selten sind, entwickelte sich ab dem 12. Jahrhundert die Perlenfischerei, die über die Jahrhunderte immer systematischer durchgeführt wurde.

Perlenräubern drohten harte Strafen. Damals lebten in unseren Bächen noch hunderttausende Muscheln. In Gesprächen mit Eltern und Großeltern, die als Kinder an den Bächen gespielt haben, können sich noch viele an die handtellergroßen, schwarzen Muscheln erinnern. Seit dem vorigen Jahrhundert sind viele Muschelbänke ganz verschwunden, und in der Großen Mühl gibt es nur noch sehr wenige Exemplare, die streng geschützt sind. Sie stellen sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum.

Mit ihrem aufwändigen Fortpflanzungszyklus, ihrer langen Lebensdauer und den hohen, je nach Entwicklungsphase unterschiedlichen Anforderungen, ist die Flussperlmuschel eine sehr gute Indikatorart, die auf jede Veränderung ihres Lebensraums reagiert. Maßnahmen, die positive Auswirkungen auf die Muscheln haben, helfen also vielen anderen Tieren und Pflanzen im und entlang des Gewässers.

Der Nachwuchs fehlt

Die Bachforelle ist ein wichtiger Mitspieler bei der Fortpflanzung der Muscheln. Die Muschellarven treiben im Wasser und landen so in den Kiemen der Bachforellen. Dort verbringen sie neun Monate, bis sie sich im Frühling so weit entwickelt haben, dass sie von den Kiemen abfallen. Normalerweise sind sie dann die ersten Lebensjahre vergraben am Gewässergrund. Die Auswirkungen von wasserbaulichen Maßnahmen, intensive Landnutzung und verändertes Abflussverhalten durch den Klimawandel werden vor allem den Jungmuscheln zum Verhängnis. Sie finden keinen geeigneten Lebensraum, ersticken im Feinsediment oder werden abgeschwemmt.

Nachzucht-Projekt

Um den jungen Muscheln über die schwierigen ersten Lebensjahre zu helfen und sie in der Großen Mühl vor dem Aussterben zu bewahren, züchtet die Österreichische Naturschutzjugend önj Haslach seit 2016 erfolgreich Jungmuscheln. Seit 2016 läuft das Projekt in Zusammenarbeit mit der Abteilung Naturschutz, dem Technischen Büro Zauner, dem Forstamt Stift Schlägl und dem Landschaftspflegeverband Passau. Durch lebensraumverbessernde Maßnahmen sollen außerdem wieder geeignete Lebensräume entstehen, die für das gesamte Ökosystem von hohem Wert sind.

Patenschaft schenken

Das Nachzuchtprogramm kann man unterstützen und etwa Flussperlmuschelpate werden. Alle Infos: www.oenj-haslach.at oder per Mail an patenschaft@oenj-haslach.at

Verfasserin: Sophie Stelzer

önj Haslach,

www.oenj-haslach.at

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