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OÖ. Noch immer greift rund ein Viertel der Österreicher mehr oder weniger regelmäßig zur Zigarette. Gesund ist das nicht, doch ganz aufzuhören ist auch nicht einfach. Ein neuer Trend: „Harm reduction“. Was das bedeutet und wie man das umsetzen kann, erklärt Erwin Rebhandl, Präsident von AM plus, der Initiative für Allgemeinmedizin und Gesundheit, anlässlich des Welt-Nichtrauchertags am 31. Mai.

E-Zigaretten stillen das Verlangen nach Nikotin. (Foto: Innovated Captures – stock.adobe.com)
  1 / 2   E-Zigaretten stillen das Verlangen nach Nikotin. (Foto: Innovated Captures – stock.adobe.com)

Das Beste ist, gar nicht zu rauchen, Nikotin macht abhängig. „Harm reduction heißt soviel wie Schadensminderung und zielt darauf ab, beim Rauchen auf weniger schädliche Gewohnheiten umzustellen“, erklärt Arzt Erwin Rebhandl im Tips-Gespräch. Der bei uns recht neue Trend ist vor allem in skandinavischen Ländern schon länger etabliert.

Inzwischen haben Raucher verschiedenste Möglichkeiten, sich von der schädlichen Zigarette zu verabschieden: „Geräte wie E-Zigaretten oder Tabakerhitzer sind mögliche Alternativen, die es dem Raucher sogar erlauben, seine Rituale und Gewohnheiten beizubehalten. Diese sind oft genauso wichtig für Betroffene wie die Sucht nach Nikotin selbst“, weiß Rebhandl. Beide Geräte setzen Nikotin frei und bedienen somit auch das Verlangen danach bei deutlich weniger Schadstoffbelastung für den Körper. Damit reduziert sich das Risiko für schwere Erkrankungen wie Lungenkrebs oder COPD enorm.

Eine Frage des Typs

Auch Nikotinpflaster oder die relativ neuen Nikotin-Pouches – diese mit Nikotin angereicherten Zellulose-Beutel werden im Mund getragen – bieten denkbare Alternativen. „Zuletzt bleiben für starke Raucher, die beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen dringend aufhören müssen, noch Medikamente, die das Verlangen nach Tabak mindern. Und natürlich gibt es eine ganze Bandbreite alternativer Angebote von Hypnose bis hin zu Akupunktur oder Akupressur. Welche man wählt, ist sicherlich eine Frage der Gewohnheiten und des Typs“, sagt Erwin Rebhandl und betont gleichzeitig: „Das Beste wäre natürlich immer, nicht erst mit dem Rauchen zu beginnen oder ehestmöglich wieder damit aufzuhören. Sich selbst die Abhängigkeit einzugestehen ist aber ein erster wichtiger Schritt. Und: nicht aufgeben! Die wenigsten schaffen es gleich beim ersten Mal“, weiß der Experte. Jeder weitere Versuch erhöht allerdings die Wahrscheinlichkeit, doch noch erfolgreich zu sein.

Gesundheit im Auge behalten

Wer es nicht sein lassen kann, dem rät der Allgemeinmediziner, sich an einen Arzt des Vertrauens zu wenden, der bei der Entwöhnung helfen kann. Darüber hinaus sollten Raucher ihre Lungenfunktion regelmäßig überprüfen lassen. Damit reduziert sich das Risiko für schwere Erkrankungen wie Lungenkrebs oder COPD enorm.

Rauchverbot wirkt

Eines zeige sich für Erwin Rebhandl in den letzten Jahren jedoch deutlich: „Das Rauchverbot in den Lokalen wirkt sich in allen Belangen positiv aus. Es gibt schon bei den Jugendlichen insgesamt weniger Einsteiger wie früher und Raucher greifen bei Lokalbesuchen deutlich seltener zur Zigarette.“

  • Seit 41 Jahren als Hausarzt und Gemeindearzt in Haslach an der Mühl tätig
  • Aktive Tätigkeit in der Fachgesellschaft für Allgemeinmedizin, derzeit Präsident von AM plus
  • Experte in PHC (Primary Health Care – Primärversorgung neu) und einer der Gründer des Gesundheitszentrums „Hausarztmedizin plus“, das im Jänner 2018 in Haslach eröffnet wurde

Zur Person Erwin Rebhandl


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