Bilanz nach Corona-Jahr: Fast ein Drittel mehr Beratungen in der Rohrbacher Arbeiterkammer
ROHRBACH-BERG. 5.100 Arbeitnehmer haben im Corona-Krisenjahr 2020 Rat und Hilfe bei der Arbeiterkammer Rohrbach gesucht. Das sind um fast ein Drittel mehr Beratungen als im Jahr zuvor.

Corona-bedingt gab es viele Anfragen zu Kündigungen, Kurzarbeit, Sicherheitsvorkehrungen, Kinderbetreuung, Home-Office. Aber auch Fragen zu Unklarheiten bei der Entlohnung, zur Auflösung von Dienstverhältnissen, zu Pensionen und Endabrechnungen mussten geklärt werden.
Die Beratung der AK-Mitglieder war dabei gar nicht so einfach: „Auch die AK-Gebäude mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden und unsere Berater arbeiteten im Home-Office weiter. Die Beratungen wurden dann über Mobiltelefon und Mail durchgeführt. Da haben wir Mitte März 2020 praktisch über Nacht unser System umgestellt. So konnte aber ein zuverlässiges und kompetentes Beratungsangebot sichergestellt werden“, berichtet AK-Bezirksstellenleiter Manfred Riepl. „Das viel größere Problem aber war die unglaubliche Flut an Verordnungen, Erlässen und Gesetzen. Die waren zum Teil missverständlich und unklar formuliert, wurden permanent geändert, zum Teil in der Nacht oder am Wochenende, und sie hinkten oft wochenlang den Pressekonferenz-Ankündigungen der Regierung hinterher. Da war es dann sehr schwierig, seriöse Auskünfte zu geben.“
E-Mail-Anfragen mehr als verdreifacht
75 Prozent der Ratsuchenden (3.833) nahmen eine telefonische Beratung in Anspruch. Die persönlichen Beratungen gingen um fast ein Drittel auf 831 zurück. Um mehr als das Dreifache – von 123 auf 390 – stiegen hingegen die E-Mail-Anfragen. Zusätzlich haben Bildungsexperten 46 persönliche Bildungsberatungen durchgeführt.
2,4 Millionen Euro erkämpft
Die klassische Rechtsberatung kam ebenfalls nicht zu kurz: 9.800 Euro an ausstehenden Zahlungen bekam etwa ein Restaurant-Fachmann nach Intervention durch die Arbeiterkammer überwiesen. Für einen schwerkranken Arbeiter erreichten die AK-Vertreter die Verlängerung der Invaliditätspension.
Insgesamt wurden 55 Fälle wurden gerichtlich oder außergerichtlich abgeschlossen. Dabei ging es in den einzelnen Fällen um Beträge von 49,98 bis 21.077,46 Euro. Durch außergerichtliche Interventionen wurden im letzten Jahr 87.642 Euro hereingebracht, durch Rechtsvertretung vor dem Arbeitsgericht wurden 58.316 Euro erkämpft. In Sozialrechtsangelegenheiten, wie Pensionen, Renten, Pflegegeld, erstritt die AK Rohrbach gut 1.6 Millionen Euro. Zusätzlich wurden 2020 für Arbeitnehmer aus insolventen Betrieben rund 600.000 Euro durchgesetzt. In Summe erreichte die AK Rohrbach im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von 2.407.732 Euro.


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