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Warten auf weitere Öffnungsschritte: "Unternehmen wollen ihr Geld einfach wieder selbst verdienen"

Martina Gahleitner, 12.03.2021 04:24

BEZIRK ROHRBACH. Auch ein Jahr, nachdem das Corona-Virus im Bezirk Rohrbach angekommen ist, ist für viele Betriebe noch nicht absehbar, wann sie wieder öffnen dürfen. „Eine Öffnung der Gastronomie- und Freizeitbetriebe ist unumgänglich“, macht Andreas Höllinger, Wirtschaftsbund-Bezirksobmann, deutlich. Dafür brauche es vernünftige Konzepte und Strategien.

  1 / 2   Die Folgen der Corona-Maßnahmen sind auch in wirtschaftlicher Hinsicht schwer abschätzbar. Foto: Marc Bode/Shutterstock.com

„Unternehmen wollen ganz einfach ihr Geld selbst verdienen, auch wenn die Umsätze bedingt durch die Auflagen wesentlich geringer ausfallen“, sagt der Bezirksobmann von Wirtschaftsbund und Wirtschaftskammer. „Bestimmte Branchen scheinen seit dem letzten Lockdown mit Förderungen und Unterstützungen finanziell „ruhiggestellt“ zu sein. Die oft unterstellte Bereicherung der Betriebe sehe ich aber definitiv nicht. Insgesamt merke ich eine zunehmende Unzufriedenheit bei den betroffenen Branchen.“

Für Höllinger ist deshalb eine Öffnung der Gastronomie und der Kultur- und Freizeitbetriebe ab Ostern unumgänglich. „Und nicht nur eine solala-Öffnung der Gastgärten, sondern eine vollständige Öffnung mit vernünftigen und nachvollziehbaren Sicherheitskonzepten“, betont er.

Kellerpartys bergen mehr Risiko

Die Aufrechterhaltung eines gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens sei mindestens genauso wichtig, wie die Sicherung des Gesundheitssystems, ist Höllinger überzeugt. Und auch die Stimmung in der Bevölkerung dürfe nicht vernachlässigt werden: „Die Leute weichen aufgrund der geschlossenen Gasthäuser immer öfter in private Räumlichkeiten aus. Denn das Bedürfnis von Menschen, sich zu treffen und soziale Kontakte zu pflegen, ist absolut nachvollziehbar und verständlich. Besser und sicherer wäre es, diese Personen könnten sich in Gastronomie oder Restaurants treffen, wenn dafür Tests gemacht und Sicherheitskonzepte eingehalten werden. Denn ungetestet im privaten Bereich zu feiern, bringt ohne Zweifel gewisse Risiken mit sich.“

Normalität muss zurückkehren

Damit sich die wirtschaftliche Situation wieder normalisieren kann, müssen laut Höllinger „Test- und Impfstrategien zum Standard werden und Wirkung zeigen. Die Vorlaufzeiten dafür waren lang genug. Wir müssen weg vom Reagieren auf die sich täglich ändernde Situation, in Richtung Agieren. Betrachtet man die mittlerweile angekündigte Verfügbarkeit an Impfdosen so stimmt mich das optimistisch.“

Offene Grenzen

Wichtig für die Unternehmen der Region war auch, die Grenzen zu den Nachbarstaaten nicht noch einmal gänzlich zu schließen. Aber: „Die Regelungen sind mittlerweile sehr unübersichtlich und oft für die Betroffenen und die Kontrollorgane nicht mehr verständlich und umsetzbar“, weiß der WB-Chef.

Fokus auf Regionalität und Digitalisierung

Den Unternehmern rät er, sich jetzt auf die Zeit nach Corona vorzubereiten. „Wir haben im vergangenen Jahr ein neues Bewusstsein für regionale Wertschöpfung und das Leben am Land entwickelt. Darauf aufbauend gilt es den durch die Pandemie angetriebenen digitalen Wandel und die zukunftsfähige Ökologisierung voranzutreiben.“


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