Gasthof Haudum zäumt bei der Personalsuche das Pferd von hinten auf
HELFENBERG. Händeringend sucht der Gasthof Haudum in Helfenberg seit einem Jahr nach einem neuen Koch. „Der Teich ist leergefischt“, ist Lukas Haudum ratlos. Doch jetzt zäumt er das Pferd von hinten auf.

„Die Gastro-Fachkräfte wechseln vielfach in andere Branchen, oftmals auch in große Firmen mit Fließband- oder Schichtarbeit. Wir wollen jetzt quasi den umgekehrten Weg gehen: Wir geben einem Ungelernten die Chance, in unserem Küchenteam Fuß zu fassen – und das weitgehend zu seinen oder ihren Bedingungen“, sagt Lukas Haudum, der mit seiner Frau Fina das Traditionswirtshaus führt.
Vom Bäcker zum Koch
Das heißt, ob Installateur, Reinigungskraft oder Lehrer – jeder, der seine Leidenschaft zum Kochen in der Wirtshausküche ausleben möchte, kann diese Chance ergreifen. „Wir wollen alle ansprechen, die nach einer neuen Herausforderung suchen, egal aus welchem Job die Person aktuell kommt, und bieten eine Viertage-Woche mit attraktiven Dienstzeiten. Bei uns lernt er oder sie alles von Grund auf, sodass wir eine echte Stütze für unsere Küche bekommen und beide Seiten profitieren“, würde sich der Chef des Hauses über Verstärkung freuen.
Branche dürstet nach Personal
Dass das Traditionshaus nun solch ungewöhnliche Wege beschreitet, ist kein Wunder – denn: „Leider geht es allen in unserer Branche aktuell so. Wir bekommen nicht einmal mehr Leute aus Tschechien, geschweige denn aus Österreich“, spricht Haudum auch für seine Kollegen. Selbst die nahe Tourismusschule in Bad Leonfelden sorgt nicht in dem Ausmaß für Gastro-Nachwuchs, wie es notwendig wäre.
Image der Lehre krankt
Warum der Gastronomie die Fachkräfte schwinden, liegt seiner Meinung nach schon auch an den Familien-unfreundlichen Dienstzeiten. „An diesen Schrauben kann man aber drehen“, ist er überzeugt, ebenso davon, dass eine faire Entlohnung wichtig ist. „Allerdings kann das auch nicht immer der ausschlaggebende Punkt sein, denn erstens verdient man als Koch wirklich nicht schlecht und oftmals wechseln die Fachkräfte in Jobs, die sogar schlechter bezahlt werden“, weiß er aus eigener Erfahrung.
Dazu kommt, dass die Lehre aktuell kein so gutes Image mehr hat. „Die meisten wollen mindestens Matura machen. Dabei ist ein Handwerksberuf eine solide Basis und wird künftig gefragter denn je sein“, ist er überzeugt.
Wer sich für den Job im Küchenteam beim Haudum interessiert, kann sich unter 07216/6248 informieren.


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