Kritik an geplantem „Sonnenfeld“ in Rohrbach-Berg

Petra Hanner Tips Redaktion Petra Hanner, 01.10.2022 11:00 Uhr

ROHRBACH-BERG. Eine große Photovoltaik-Anlage auf freiem Feld möchte ein Munderfinger Unternehmen in Scheiblberg bei Rohrbach-Berg errichten. Es gibt aber nicht nur Befürworter.

Rund 15 Hektar groß wäre die benötigte Fläche für das sogenannte „Sonnenfeld“ bei Rohrbach-Berg. Ein Umspannwerk liegt praktischerweise gleich in der Nähe.

Ob es aber tatsächlich notwendig ist, Grünflächen zur Solarstromgewinnung zu verbauen, daran scheiden sich die Geister in der Bezirkshauptstadt. Bei der Abstimmung im Gemeinderat stimmten jedenfalls nicht nur Teile der SP, sondern auch VP-Mandatare dagegen.

Neos skeptisch

Kritik kommt auch von Neos-Bezirkssprecher Martin Leibetseder, der sich auf ein „vernichtendes Urteil der Umweltanwaltschaft“ stützt, wie er sagt. „Die geplante [...“ widmungskonforme Nutzung führt zu nachhaltigen und massiv negativen Beeinträchtigungen und Eingriffen in die Umwelt und das Landschaftsbild“, heißt es darin. Kritisiert wird vor allem, dass es sich beim Standort um einige der hochwertigsten Böden im Gemeindegebiet handelt.

Ertragreiche Flächen

Das sieht auch die Landwirtschaftskammer Rohrbach so, die in einer Stellungnahme schreibt: „Aufgrund dieser Auswertungen und der tatsächlichen Nutzung in der Natur kann festgestellt werden, dass es sich bei den widmungsgegenständlichen Flächen um sehr gut bewirtschaftbare und ertragreiche landwirtschaftliche Böden und Flächen handelt. Diese Böden/Flächen sollen daher auch weiterhin der landwirtschaftlichen Produktion vorbehalten bleiben und nicht für andere Zwecke wie z.B. zur Errichtung von Photovoltaikanlagen verwendet werden.“

Leibetseder fordert: „Was es dringend braucht, sind verlässliche und einfache Förderzusagen und ausreichend Netzzugänge für all jene, die bereit sind, ihre Dächer und bereits verbaute Flächen zur Verfügung zu stellen, egal ob privat oder betrieblich. Da gibt es noch viel Potenzial zu heben, bevor man sich an unseren besten Böden vergreift.“

„Natürlich Dächer befüllen“

Dass auf den Dächern öffentlicher Gebäude PV-Anlagen montiert werden sollen, steht auch für Bürgermeister Andreas Lindorfer außer Frage. „Wir wollen parallel zur Errichtung des Sonnenfeldes natürlich auch die Dächer befüllen. Schon im kommenden Jahr versuchen wir, entsprechende Anlagen zu realisieren, etwa am Schulcampus, auf der Bezirkssporthalle, am Busterminal oder am Centro.“

Als Gebot der Stunde sieht der Bürgermeister eine Energiegemeinschaft, um möglichst viel der erzeugten Energie in Rohrbach-Berg selbst nutzen zu können. „Alleine schon im Hinblick auf das kommende Hallenbad und den hohen Energieverbrauch dort wäre das sehr sinnvoll. Wir werden aber mit den PV-Anlagen auf den Dächern alleine nicht auskommen, deshalb brauchen wir auch die Freiflächen“, ist er überzeugt. Deshalb ist es nach wie vor das Ziel der Gemeinde, noch heuer die Umwidmung der Fläche in Scheiblberg in trockene Tücher zu bringen.

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