Bockbier-Anstich gab würdigen Rahmen für die Eröffnung des neuen Sudhauses in der Brauerei Schlägl
AIGEN-SCHLÄGL. Doppelten Grund zum Feiern gab es am 14. November für die Ordensgemeinschaft des Stiftes Schlägl: Nicht nur der Anstich des traditionellen Doppelbock-Bieres stand diesmal am Programm, sondern auch die Eröffnung des neuen Sudhauses. Damit stellt die Brauerei die Weichen für die Zukunft.

Nach nur neun Monaten Bauzeit steht das neue Sudhaus - eingebettet in einen alten Troadkasten aus dem 17. Jahrhundert - für den Geist der Nachhaltigkeit im Stift Schlägl. 4 Millionen Euro wurden in die Hand genommen, um die Brauerei auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Gleichzeitig bildet das Sudhaus das neue Besucherzentrum in der Brauerei, wo es die einzigartige Möglichkeit gibt, die Abläufe des Bierbrauens hautnah mitzuerleben, ohne den Betriebsablauf zu stören. Eines der Highlights der Ausstellung in der Schlägler Bierwelt ist das alte hydroautomatische Steuerpult des alten Sudhauses von 1974, das im Stil einer Lochkartensteuerung arbeitete. Es kann nun nicht nur von den Besuchern besichtigt, sondern auch bedient werden.
Kleinere Sudgefäße und ein ausgeklügeltes Wärmerückgewinnungssystem senken den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent und reduzieren damit den Verbrauch fossiler Brennstoffe. Zusätzlich wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 60 kWp installiert, die den Betrieb weiter ökologisch unterstützt.
Trauer und Freude zugleich
Für die Schlägler, allen voran Kämmerer Markus Rubasch - er führte die Brauerei jahrzehntelang als Wirtschaftsdirektor - war es ein Abend wechselnder Gefühle: „Auf der einen Seite ist da Trauer, wenn etwas zu Ende geht, wo ich viele Jahre mitgearbeitet habe. Aber da ist auch die Freude darüber, etwas Neues beginnen zu dürfen.“
„Mutig waren wir!“ Das gab auch Wirtschaftsdirektor Wolfgang Dobretzberger beim Bockbieranstich zu. Schließlich seien es schwierige Zeiten, trotz deren eine Punktlandung beim Sudhausbau in wirtschaftlicher und zeitlicher Hinsicht möglich war. „Dieses neue Sudhaus ist ein klares Bekenntnis zur Brauerei und für eine gute Zukunft. Es stiftet für uns Identität“, so Dobretzberger.
Den frisch gebrauten Doppelbock holte schließlich Braumeister Reinhard Bayer mit wenigen gekonnten Schlägen aus dem Fass. Er ist bereits im Handel und im Onlineshop der Stiftsbrauerei (www.stiftsbrauerei-schlaegl.at) erhältlich.


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