Warum der Blick auf den Boden in Zukunft immer wichtiger wird
AIGEN-SCHLÄGL. Das heurige herausfordernde Dürrejahr hat den Landwirten deutlich gezeigt, dass der Boden mehr Aufmerksamkeit braucht.

„Gerade in solchen Jahren ist ein genauer Blick auf den Boden wichtig“, weiß Katrin Eckerstorfer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Biokompetenzzentrum Schlägl und selbst Landwirtin aus St. Johann. Nur mit dem Traktor über die Fläche zu fahren, sei zu wenig. Sie empfiehlt Landwirten deshalb den Griff zum Spaten: „Einfach ein kleines Stück Boden herausstechen und sich die Struktur anschauen. Unterschiedlich große Bodenkrümel, die von Wurzeln durchwachsen sind, sind Hinweise auf einen gut aufgebauten Boden.“ Die Belüftung lasse sich einfach überprüfen, indem man versucht, bei diesem kleinen Bodenziegel durchzublasen. Eine schlechte Belüftung ist für Pflanzen problematisch: „Wo keine Luft hinkommt, können Wurzeln nur schwer weiterwachsen und somit können sie auch kein Wasser und keine Nährstoffe aus der Tiefe holen.“ Eine gute Versorgung mit Kalzium und Nährstoffen sowie Humusaufbau können helfen, die Bodenstruktur zu verbessern. Ein allgemeingültiges Rezept gebe es jedoch nicht: „Jeder Boden ist anders.“
Boden nie unbedeckt lassen
Im Grünland ist eine dichte Grasnarbe entscheidend. „Bei lückigen Beständen wärmt sich der Boden viel schneller auf – Mikroorganismen werden weniger aktiv und auch Regenwürmer ziehen sich in tiefere Bodenschichten zurück.“ Katrin Eckerstorfer rät zu Nachsaaten mit tiefwurzelnden Arten wie Rotklee, Hornklee, Knaulgras oder Spitzwegerich. Die Bestockung der Gräser kann mit einer Walze angeregt werden. Zusätzlich spielt die Schnitthöhe eine entscheidende Rolle: „Acht bis zehn Zentimeter verbessern die Regenerationsfähigkeit des Grünlandbestandes. Hohes Tempo beim Mähen oder unscharfe Messer führen zudem oft dazu, dass die Bestände nicht sauber geschnitten, sondern abgerissen werden. Die Gräser brauchen den zwei- bis dreifachen Energieaufwand, um diese Schnittverletzungen zu schließen.“
Auch der Acker sollte möglichst nicht brach liegen: Zwischenfrüchte und Untersaaten mit Kleegräsern schaffen eine gute Bodenstruktur und dienen zugleich als Futtermittel; eine seichte Bodenbearbeitung fördert das Wasserhaltevermögen im Boden.„Wir als Landwirte haben eine große Verantwortung für den Boden“, betont Eckerstorfer. Gute Ausbildung, Weiterbildung und ein breiter Blick auf die Zusammenhänge seien entscheidend, um die Landwirtschaft für kommende Trockenjahre fit zu machen.








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