Weltrotkreuztag: Das Ehrenamt fordert und bereichert
BEZIRK SCHÄRDING. Am 8. Mai war Weltrotkreuztag. Grund genug um stellvertretend für die vielen ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter vier von ihnen etwas näher vorzustellen.

Stefan Pötzl aus Sigharting, Sebastian Winter aus Esternberg, Manuela Edi aus St. Florian/Inn und Alois Höller aus Raab engagieren sich seit Jahren ehrenamtlich für das Rote Kreuz. Im Interview erzählen sie von den großen Herausforderungen bei ihrer Tätigkeit und wie sie für sich persönlich von dieser Arbeit profitieren.
Stefan Pötzl, 26 Jahre, Sanitäter aus Sigharting
Tips: Welche ehrenamtliche Tätigkeit üben Sie aus?
Pötzl: Bezirkskoordinator für Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen (SvE)
Tips: Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Pötzl: Ich bin von anderen Mitarbeitern angesprochen worden, dass sie glauben, dass dies gut zu mir passen würde.
Tips: Warum haben Sie sich für diesen Arbeitsbereich entschieden?
Pötzl: Ich habe SvE-Gespräche schon vor meiner Tätigkeit als SvE-Mitarbeiter Anspruch genommen und dabei gemerkt wie wichtig es ist solch belastende Einsätze richtig zu verarbeiten.
Tips: Was sind die großen Herausforderungen, die diese Arbeit mit sich bringt?
Pötzl: Eine der größten Herausforderungen ist es Gespräche zu führen wenn eigene Kollegen verletzt worden sind, nach Kindernotfällen, bei Einsätzen mit großer Anzahl an Schwerverletzten und nach einem Zugunfall.
Tips: Was nehmen Sie für sich persönlich von dieser Arbeit mit?
Pötzl: Man erlebt viel Dankbarkeit, und man genießt sehr viel Vertrauen von den Mitarbeitern.
Sebastian Winter, 23 Jahre, Vetriebsingenieur aus Esternberg
Tips: Welche ehrenamtliche Tätigkeit üben Sie aus?
Winter: Rotkreuz-Bezirksjugendreferent
Tips: Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Winter: Interesse und Spaß an den verschiedenen Tätigkeiten
Tips: Warum haben Sie sich für diesen Arbeitsbereich entschieden?
Winter: „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft“. Es ist wichtig, dass die soziale Ader unserer Jüngsten gestärkt wird! Die Bereitschaft zu Helfen und nicht wegzusehen ist eine wichtige Eigenschaft, welche in unserer Gesellschaft wieder gestärkt werden sollte.
Tips: Was sind die großen Herausforderungen, die diese Arbeit mit sich bringt?
Winter: Die Herausforderung besteht darin, die doch sehr verschiedenen Jugendgruppen im Bezirk so zu unterstützen, damit sie auf ihre eigene Art sinnvolle Jugendarbeit leisten können. Weiters geht es darum, die Interessen der Jugendgruppen im Bezirksausschuss sowie bei den Zuständigen des Landesverband zu vertreten.
Tips: Was nehmen Sie für sich persönlich von dieser Arbeit mit?
Winter: Das sogenannte „an einem Strang ziehen“ mit allen Jugendbetreuern
Manuela Edi, Physiotherapeutin in Ausbildung aus St. Florian/Inn
Tips: Welche ehrenamtliche Tätigkeit üben Sie aus?
Edi: Mitglied im Kriseninterventionsteam
Tips: Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Edi: Meine ehrenamtliche Tätigkeit sehe ich als meinen persönlichen Beitrag am Gemeinwohl. Menschen, die in belastenden Ausnahmesituationen Unterstützung brauchen, zu begleiten, bedeutet für mich, Zeit, Engagement und viel Empathie zu geben, eine Art nicht materielle Spende an die Gesellschaft. So kann ich mich dankbar zeigen für das Gute, das ich im Leben habe..
Tips: Warum haben Sie sich für diesen Arbeitsbereich entschieden?
Edi: Bei einer Alarmierung weiß man im Vorhinein nicht, was genau einen erwartet und wie die nächsten Stunden verlaufen werden. Betroffene in einer akuten Krisensituation befinden sich im Ausnahmezustand: aus beruflichen Gründen weiß ich, dass gerade dann eine besondere Unterstützung wichtig ist, um eventuelle Traumatisierungen zu vermeiden - vor allem, wenn auch Kinder betroffen sind.
Tips: Was sind die großen Herausforderungen, die diese Arbeit mit sich bringt?
Edi: Die Anforderungen im Bereich der Krisenintervention - rasches Handeln, Überblick behalten, Ruhe und Sicherheit vermitteln in einer Akutsituation und selber dabei geerdet zu bleiben, sehe ich als ganz spezielle Herausforderung.
Tips: Was nehmen Sie für sich persönlich von dieser Arbeit mit?
Edi: Eine tiefe Befriedigung und Dankbarkeit. Die Erfahrung, dass Krisen auch stärken und Familien Zusammenhalt und Nähe geben können.Es erfüllt mich auch, Teil eines wertschätzenden und engagierten Teams sein zu dürfen.
Alois Höller, 47 Jahre, IT Project Manager aus Raab
Tips: Welche ehrenamtliche Tätigkeit üben Sie aus?
Höller: Unter anderem Rettungssanitäter, Lehrbeauftragter Erste Hilfe, Freiwilligenreferent für den Bezirk
Tips: Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Höller: Ich denke, jeder Einzelne sollte seinen individuellen, freiwilligen und ehrenamtlichen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Es gibt dazu etliche Möglichkeiten, sei es der Sportverein, die Musikkapelle, Pfarre, Feuerwehr, Kulturverein und viele mehr. Mein freiwilliger Beitrag gilt dem Roten Kreuz.
Tips: Warum haben Sie sich für diesen Arbeitsbereich entschieden?
Höller: Ich habe 2002 beim Roten Kreuz als Rettungssanitäter begonnen, mich hat die Aufgabe an sich gereizt. Die weiteren Funktionen haben sich im Laufe der Zeit sukzessive ergeben.
Tips: Was sind die großen Herausforderungen, die diese Arbeit mit sich bringt?
Höller: Am Beginn eines jeden Rettungsdienstes, egal ob Tag oder Nacht, weiß man nicht, was die nächsten zwölf Stunden bringen werden. Im Einsatzfall muss man dann in kurzer Zeit Entscheidungen treffen, im Team handeln und das Wissen anwenden, das man in vielen internen und externen Schulungen erworben hat.
Tips: Was nehmen Sie für sich persönlich von dieser Arbeit mit?
Höller: Man bekommt sehr viel positives Feedback, die Arbeit, die man freiwillig leistet, wird geschätzt und anerkannt. Durch die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Roten Kreuz entwickelt man sich aber auch in der eigenen Persönlichkeit weiter.


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