Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Schärdings Bezirksärztesprecherin klärt auf wie sich die Zeitumstellung auf die innere Uhr des Menschen auswirkt

Elena Auinger, 11.09.2018 10:09

BEZIRK SCHÄRDING. Zwei Mal im Jahr die Uhren nach vorne und zurück stellen – für viele Menschen ist das ein lästiges Unterfangen. Das bestätigt auch eine Umfrage auf EU-Ebene, bei der sich 80 Prozent für eine Abschaffung der Zeitumstellung aussprachen. Aber was würde eine durchgängige Sommer- oder Winterzeit eigentlich bedeuten?

Am 28. Oktober werden die Uhren wieder um eine Stunde zurück gestellt. Foto: Romolo Tavani/shutterstock.com

Mit einer kleinen Eselsbrücke lässt sich ganz leicht merken, ob die Uhren nach vorne oder zurück gedreht werden. Im Sommer stellt man die Gartensessel vorne auf die Terrasse, im Winter räumt man sie wieder weg. Mit der Sommerzeit dreht man den Zeiger also eine Stunde nach vorne und im Winter zurück. Was so einfach klingt, ist vielen Menschen lästig. Studien überschlagen sich, worin von Gesundheitsschäden durch die Umstellung, von erhöhtem Herzinfarktrisko und Schlafstörungen die Rede ist.

Die Zeit und der Mensch

Aus medizinischer Sicht kann die Umstellung der Zeit durchaus Auswirkungen auf den Menschen haben. „Es gibt eine sogenannte 'innere Uhr', der gewisse Funktionen des Organismus unterliegen. Beispielsweise wann welche Hormone im Körper ausgeschüttet werden, wie hoch die Pulsfrequenz, der Blutdruck, die Körpertemperatur sein soll – je nachdem, ob man wach ist oder schläft. Schichtarbeiter beispielsweise haben ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Diabetes, weil die 'innere Uhr' andauernd durcheinanderkommt“, erklärt Ursula Hammel, Schärdings Bezirksärztesprecherin und führt weiter aus: „Bei der halbjährlichen Umstellung auf die Sommer- oder Winterzeit sind die gesundheitlichen Risiken allerdings sehr gering. Es kann aber durchaus bis zu 14 Tage dauern, bis sich der Organismus an diese Zeitumstellung gewöhnt hat. Das gilt übrigens nicht nur für den Menschen.“

Mini-Jetlag überwinden

Da die Anpassungsdauer individuell sehr unterschiedlich ist, muss laut Hamnel jeder selber darauf kommen, wie er den Mini-Jetlag am besten überwindet. „Zum Beispiel wird es manchen gar nichts bringen, zeitig schlafen zu gehen, weil man einfach noch nicht müde ist. Vom Einsatz von Schlaftabletten ist jedenfalls unbedingt abzuraten. Besser ist es, sich auf das Schlafen einzustimmen, indem man abends nichts Aufregendes mehr im Fernsehen ansieht oder sich auf Facebook rumärgert. Aber letztendlich ist der Mini-Jetlag nach wenigen Tagen überstanden“, so die Bezirksärztesprecherin.

Zeitumstellung: ja oder nein?

Hammel selbst würde die Abschaffung der Zeitumstellung sehr befürworten. Nicht so sehr, weil es ein unmittelbares, gesundheitlich nicht beherrschbares Risiko darstellen würde, sondern aus vielen anderen Gründen. „Menschen, die sehr früh morgens aufbrechen müssen – insbesondere Kinder am Weg zum Schulbus – sind während der Winterzeit glücklich, wenn es morgens endlich wieder hell wird. Man ist einfach sicherer unterwegs. Und dann dreht man an der Uhr und es ist plötzlich wieder Nacht um 7 Uhr früh. Ich habe nie verstanden, wozu das gut sein soll“, spricht sich Hammel gegen die Zeitumstellung und für die Beibehaltung der Winterzeit aus.

Zeitumstellung könnte fallen

Tatsächlich wird auf EU-Ebene derzeit heftig diskutiert. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will die Zeitumstellung in der EU zwischen Normal- und Sommerzeit kippen. Nachdem sich in einer Umfrage die große Mehrheit der Teilnehmenden in der Union dafür ausgesprochen haben, die Umstellung wieder abzuschaffen, werde das nun auch gemacht, kündigte Juncker an. Er werde in der Kommission für die Abschaffung werben.

Keine Energieeinsparung

Besonders erfreut zeigt sich auch Konsumentenschutzlandesrat Rudi Anschober über die Idee des Kommissionspräsidenten: „Seit 2012 mache ich Druck für ein Ende der Zeitumstellung, die ihre ursprüngliche Begründung, die Energieeinsparung, nie verwirklicht hat. Jetzt ist es endlich so weit – es ist absolut richtig, die unsinnige Zeitumstellung endlich abzuschaffen“, freut sich Anschober über die Ankündigung des Kommissionspräsidenten. Eine Studie im Auftrag Anschobers, die im Jahr 2015 vom Energieinstitut der JKU Linz erstellt wurde, sei zum Schluss gekommen, dass der gesamte finanzielle Einsparungseffekt alleine in Oberösterreich bei jährlich 77 Millionen Euro liegt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden