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SCHÄRDING/NORDGHANA. Als Projekt junger Studentinnen vor elf Jahren im Norden von Ghana begonnen, ist Braveaurora heute ein landesweites Vorzeigeprojekt. Der Verein setzt sich für die Abschaffung von illegalen Waisenhäusern, die Reintegration von gefährdeten Kindern sowie Bildungs- und Ausbildungsinitiativen ein.

Der Frauen-Vorstand ehrenamtlich im Einsatz für Kinder in Ghana v.l.: Simone Blümel (Wien), Christin ter-Braak Forstinger (Schärding/Zürich), Susanne Gahleitner (Arnreit), Julia Obereder (Wernstein/Schardenberg), Alea Pleiner (Wels) und Sarah Kotopulos (Steyr) Foto: Braveaurora

Hinter Braveaurora stehen fünf Oberösterreicherinnen und eine Wienerin, die sich mit voller Frauenpower ehrenamtlich für die Menschen in entlegenen Dörfern in Nordghana einsetzen. Alles startete 2008 für die jungen Studentinnen im Rahmen eines Praktikums des Studiums Soziale Arbeit in einem abgelegenen Waisenhaus im Norden von Ghana. Nur ein Jahr später war der gemeinnützige Verein Braveaurora geboren.

Boom Sozialtourismus

Innerhalb weniger Jahre ist die Zahl der Waisenhäuser in Ghana von fünf auf 148 angestiegen. Sozialtourismus boomt. Immer mehr Freiwillige wollen in ihrem Urlaub etwas Gutes tun und sind bereit, viel Geld dafür zu zahlen. Der Verkaufsschlager: die Arbeit mit Waisenkindern. Dafür werden Kinder aus ihren von massiver Armut betroffenen Familien gerissen und in Waisenhäuser gesteckt. Die Gewinner dabei sind Internetagenturen, die die Aufenthalte vermitteln und kräftig abkassieren.

Aufklärungsarbeit

Braveaurora macht aktiv Aufklärungsarbeit, um diese Problematik aufzuzeigen. Seit März 2017 besteht eine offizielle Zusammenarbeit mit Unicef Ghana, durch die 30 illegale Waisenhäuser geschlossen werden konnten. Das Ziel des Vereins: Kinder in ihre Familien zurückzuführen und keinen Anreiz zu schaffen, Kinder in eine Institution abzuschieben. Neben der Abschaffung illegaler Waisenhäuser schafft Braveaurora durch ein Ausbildungszentrum Perspektiven. Denn besonders die hohe Armut muss bekämpft werden, damit Familien nicht so verzweifelt sind, ihre Kinder in ein Waisenhaus abzugeben, im Glauben, ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.


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