Kein Rauchen mehr: Erster Wirt überlegt sein Gasthaus zuzusperren

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Omer Tarabic Omer Tarabic, Tips Redaktion, 12.11.2019 10:29 Uhr

BEZIRK SCHÄRDING. Seit 1. November herrscht in Österreich generelles Rauchverbot in Gastronomiebetrieben. Die ersten Wirte berichten über Umsatzeinbußen.

Stefan Schneebauer, Wirtesprecher des Bezirkes Schärding und Inhaber des Restaurantes Stiegenwirt in Schärding sowie der Bar Scalino, ist kein Freund des generellen Rauchverbotes. „Ich finde, dass jeder Wirt entscheiden sollte, ob in seinem Gastronomiebetrieb geraucht werden darf oder nicht“, so Schneebauer. Und weiter: „Bei uns im Wirtshaus stellt das Rauchverbot kein Problem dar. Zu Mittag wurde bei uns schon seit zwei Jahren nicht mehr geraucht.“

Weniger Umsatz

Anders sieht die Situation in seiner Bar Scalino aus. „Im Nachtgeschäft geht der Umsatz zurück. Diese Tatsache kommt für mich nicht überraschend. Ich habe damit gerechnet, denn die Leute, die an die frische Luft zum Rauchen rausgehen, konsumieren weniger Getränke“, so Schneebauer, der hinzufügt: „Im Scalino bin ich meistens alleine. Früher stellte dies kein Problem für mich dar. Jetzt muss ich oft die Bar verlassen, um raus zu gehen und die Gäste wegen der Lärmentwicklung zu kontrollieren. In der Zwischenzeit ist meine Bar nicht besetzt und ich kann keine Getränke verkaufen.“

Ende der Wirtshauskultur

Schneebauer befürchtet, dass das Rauchverbot das Ende der bei uns weit verbreiteten Wirtshauskultur zur Folge haben könnte. „Die Gäste sind früher am Stammtisch gesessen und haben sich gemeinsam unterhalten. Jetzt gehen sie raus, um zu rauchen und reden eben vor der Wirtshaustür. Der Wirt bleibt alleine zurück“, berichtet Schärdings Wirtesprecher. Auch könnte es laut Schneebauer in Städten aufgrund der Lärmentwicklung zu Sperrstundenkürzungen kommen. „Natürlich kommt es zu einer Lärmentwicklung, wenn die Leute vor den Lokalen rauchen. Ich bin gespannt, wann es die ersten Anzeigen in Schärding geben wird. Auch wenn ich anfügen muss, dass unsere Stadtgemeinde sehr gut mit den Wirten zusammenarbeitet und sicher nicht willkürlich Strafen verhängen wird“, so Schneebauer.

Kroatien als Vorbild

Auch wenn Schneebauer nicht glaubt, dass in Österreich das Rauchverbot wieder gekippt wird, würde er sich ein solches Vorgehen von der österreichischen Regierung wie von jener in Kroatien wünschen. „In Kroatien haben viele Betriebe zugesperrt beziehungsweise über massive Umsatzeinbußen berichtet. Die Regierung hat aus diesem Grund das generelle Rauchverbot wieder aufgehoben“, meint der Wirtesprecher. Opfer des Rauchverbotes Ganz und gar nicht verstehen kann Schneebauer die Tatsache, dass Sisha-Bars vom Rauchverbot nicht ausgeschlossen sind: „Das Rauchverbot bedeutet für die meisten Sisha-Bars das Ende.“ Womit Schneebauer Recht haben sollte, denn Schärdings einzige Shisha-Bar, das „Onkel shisha & café“ hat ihre Pforten bereits geschlossen. „Ich habe die Bar knapp zwei Jahre lang betrieben. Jetzt musste ich zusperren, da es keinen Sinn mehr gemacht hätte, die Bar weiterzuführen“, berichtet der ehemalige Besitzer.

Große Umsatzeinbußen

Helmut Lang, seit Mitte August Inhaber des Huberhofes in Suben, überlegt wieder die Tore seines Gasthauses zu schließen. „Die Umsatzeinbußen sind extrem. Zu mir kommen weniger Gäste, seitdem das Rauchverbot in Kraft getreten ist“, berichtet Lang. Vor allem in der Gaststube, wo bisher geraucht werden durfte, bleiben laut dem Wirt die Gäste aus: „Früher sind die Leute, die bei uns gegessen haben, noch in die Gaststube rein, um etwas zu trinken und zu rauchen. Jetzt fahren sie nach dem Essen gleich wieder. Kann ich verstehen, denn wer will sich bei den niedrigen Temperaturen vor das Gasthaus stellen, um zu rauchen. Ich bin persönlich auch davon betroffen, denn ich bin ein leidenschaftlicher Raucher und darf nicht mehr in meinem eigenen Haus rauchen. Wenn sich an der Situation nicht bald etwas ändert, dann werde ich das Gasthaus wieder zusperren.“

Positiv überrascht

Mit solchen Problemen muss sich Werner Weissenböck, der seit 1991 die beliebte Bar Plauscherl in Riedau betreibt, nicht herumschlagen. „Ich war sehr skeptisch, als das generelle Rauchverbot eingeführt wurde und hatte große Bedenken, dass weniger Gäste kommen werden. Doch ich bin positiv überrascht. Meine Gäste kommen trotz des Rauchverbotes. Jetzt werde ich mir auf der Gastro-Messe in Salzburg Ideen einholen, wie ich den Raucherbereich am besten gestalten kann“, so Weissenböck. Und weiter: „Jetzt ist es noch zu bald, um irgendwelche Prognosen abzugeben, ob und wie viele Gasthäuser oder Bars aufgrund des Rauchverbotes zusperren werden.“

 

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Kommentare

  1. Andreas
    Andreas 18.11.2019 19:13 Uhr

    Übergangsregierung Rauchverbot - Ich verstehe Ni nicht wie eine Übergangsregierung solche Gesetz verabschieden kann die eine gute gültige Regierung abgelehnt hat wobei noch dazu das Hausrecht jedes Wirtes untergraben wird und diese um ihre Existenz fürchten müssen Ich dacht eine Übergangsregierung sei dazu da die wichtigen Regierungsgeschäfte zu tätigen und nicht die ganze Existenz vieler Menschen zu zerstören

    • Asbach Uralt27.11.2019 08:05 Uhr

      Seit wann beschließt eine Regierung Gesetze? - Gleichgültig, ob es sich um eine Übergangsregierung handelt oder nicht, werden Gesetze immer noch im Parlament auf Basis einer Abstimmung unter den - demokratisch gewählten - Abgeordneten zum Nationalrat beschlossen.
      Wie sagte einst schon Bruno Kreisky zu einem Journalisten? "Lernen´s Geschichte"!

  2. mario
    mario13.11.2019 20:22 Uhr

    Kein Rauchen mehr - Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer gutes Essen und eine Wirtshauskultur hat wird bleiben und dann vom Umsatzplus - wie in Italien profitieren. Und Shisha-Bars sind sowieso keine österreichische Kultur und sind zu oft mit zweifelhaftem Tabak ausgestattet.

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