Schärdinger halten auch in schweren Zeiten zusammen
SCHÄRDING. Die Barockstadt hat während der Pandemie bewiesen, wie wichtig Zusammenhalt ist. Darauf ist Schärdings Bürgermeister Franz Angerer sehr stolz.

Tips: Herr Angerer, seit mehr als einem Jahr wütet die Pandemie. Wie sehr hat sich das Leben in Schärding seit März 2020 verändert?
Angerer: Noch vor einem Jahr hätte niemand gedacht, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes unumgänglich ist und dass ein monatelanger Stillstand im öffentlichen Leben Österreichs eintreten würde. Die Corona-Pandemie hat deutlich gezeigt, dass von einem auf den anderen Tag blitzschnelles Handeln und komplexe Strategien eingesetzt und umgesetzt werden müssen. Das galt und gilt auch selbstverständlich für unsere Stadt Schärding.
Tips: Was war am Beginn der Pandemie besonders wichtig?
Angerer: Wichtig war es, und ist es, umgehend zu handeln und klare Linien vorzugeben. Dies sowohl bei den kurzfristig zu treffenden Entscheidungen, der Ausführung der vorgegebenen Richtlinien zur Bekämpfung der Pandemie und für eine flexible und richtige Personalplanung der eigenen Mitarbeiter, bei denen ich mich für den vorbildlichen Einsatz und das positive und wertschätzende Miteinander herzlichst bedanken möchte. Dieses Miteinander half uns auch, dass wir in der Stadt Schärding die Infektionszahlen seit vielen Wochen stabil auf niedrigem Niveau halten konnten. Ich bedanke mich auch bei allen Schärdingern fürs Durchhalten – für das Tragen der FFP2-Masken, fürs Abstandhalten, für die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen, für die Durchführung der Tests,… – nur deshalb ist es uns gemeinsam gelungen, in der Stadt die Corona-Fallzahlen so niedrig zu halten. In Schärding haben sich viele Menschen nicht vom Virus infizieren, sondern vom starken Miteinander und von gegenseitiger Achtung, Respekt und Rücksichtnahme anstecken lassen.
Tips: Was war für Sie als Bürgermeister die größte Herausforderung seit dem Beginn der Pandemie?
Angerer: Als Bürgermeister der Stadt Schärding war es für mich von Beginn der Krise an oberste Priorität, die Grundversorgung für alle Bürger sicherstellen zu können. Wir richteten eine Telefonhotline ein, welche sieben Tage die Woche und rund um die Uhr immer erreichbar war. Ob Rotes Kreuz, Feuerwehr, Krankenhaus, Hilfsdienste im Bereich der Versorgung besonders älterer Bürger, aber auch die Unterstützung für alle Familien, welche in dieser Zeit Hilfe brauchten – allen wurde geholfen.
Tips: Wie hat die Zusammenarbeit zwischen den politischen Parteien funktioniert?
Angerer: Die Stadt Schärding hatte in dieser „akuten“ Zeit ein bestens funktionierendes Krisenmanagement und dabei enormen Zusammenhalt bewiesen. Alle politischen Parteien und deren Vertreter wurden tagtäglich über die getroffenen Maßnahmen und Vorkommnisse sowie Entscheidungen seitens des Bürgermeisters durch einen schriftlichen Lagebericht informiert und waren somit in alle Handlungen eingebunden. Alle Entscheidungen des Stadt- und Gemeinderates wurden parteiübergreifend immer einstimmig beschlossen. Solidarität und Zusammenhalt standen immer an erster Stelle; und dies soll auch bis zum Ende dieser Pandemie so bleiben. Das erwarten sich auch die Bürger von uns. Auch wenn im Herbst Wahlen anstehen. Jetzt ist keine Zeit für Streit und Wahlkampfgetöse, jetzt ist keine Zeit für parteipolitische Profilierung. Jetzt gilt es, weiterhin gemeinsam die Corona-Krise zu meistern und das kann nur gelingen, wenn alle Parteien zusammenarbeiten. Das ist jetzt unsere Verantwortung für alle Schärdinger.


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