Viele Mut-Macher bei den Zeller Schossgesprächen
ZELL/PRAM. Angesichts der dramatischen Verunsicherungen in der Welt stand am zweiten Abend der Zeller Schlossgespräche mit „Mut zum Wandel. Hoffnung leben, Zukunft gestalten“ ein herausforderndes Motto zur Debatte.

Zum Einstieg ließen sich fünf Schülerinnen des BORG Schärding in sehr erfrischender Weise von den „Helden ihrer Kindheit“ zu philosophischer Auseinandersetzung hinreißen. Bibi Blocksberg und Pipi Langstrumpf brachten sie etwa zur Erkenntnis, dass weniger die Zukunft das Problem ist, sondern unsere Angst vor ihr.
Einblick in die ZUkunftsforschung
Einen Einblick in die Zukunftsforschung gab der ehemalige Leiter der Jungk-Bibliothek Salzburg, Hans Holzinger. Er verwies auf die Kraft der vielen Geschichten des Gelingens, die es meist nicht in die Schlagzeilen schaffen. Anlässlich des Befundes, dass die reichen Menschen nicht immer die glücklichen sind, weitete er den Blick von der Fixierung auf das Geld und machte nicht weniger als vier Währungen für ein gutes Leben aus: Geld, Zeit, Sinn und Gemeinsinn. Gerade angesichts der Klimakrise ist eine Transformation des Lebens und Wirtschaftens unumgänglich. Für den Weg dorthin zitierte er die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb: „Machen wir nicht das Mögliche, sondern machen wir das Notwendige möglich.“
Podiumsgespräch
Im Podiumsgespräch unter der Leitung von Eva Bauernfeind-Schimek, Referentin in der Diözese Linz, kamen die Theologin Melanie Wurzer, Leiterin des Katholischen Bildungswerkes der Diözese Linz, und Paralympics-Sieger Walter Ablinger zu Wort. Wurzer betonte die Wichtigkeit der Erwachsenenbildung, denn Bildung mache resilient. Wenn man die Bedrohungen und Herausforderungen, aktuell z.B. KI, besser versteht, kann man konstruktiver darauf reagieren: Die Chancen nützen, das Deskruktive meiden.
Walter Ablinger, seit einem Arbeitsunfall 1999 querschnittgelähmt, betonte, wie wichtig die eigene Entscheidung ist, eine Veränderung anzunehmen: „Ich bin wahrscheinlich einer der glücklichsten Menschen im Innviertel, weil ich mich auf meine Veränderung eingelassen habe.“ Er ermunterte auch zu einer Lebenshaltung, die Liebe, die in uns steckt, nach außen zu wenden.
Holzinger erwähnte zwei Voraussetzungen dafür, dass Veränderungen in der Gesellschaft akzeptiert werden: Sie müssen erstens plausibel vermittelt werden und zweitens alle gerecht betreffen.
Viel gab es noch zu besprechen beim Ausklang nach dem Programm bei Getränken im Foyer des Schlosses. Auch dieses Miteinander Reden gehört zum Konzept der Zeller Schlossgespräche.


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