Renaturierung in Engelhartszell: Pfadfinder pflanzen 1.100 Jungbäume am Kößlbach
ENGELHARTSZELL. Mit Schaufel und viel Einsatz haben 45 Kinder und Jugendliche der Pfadfindergruppe Sauwald einen wichtigen Beitrag für die Natur geleistet: Am Kößlbach pflanzten sie 1.100 Jungbäume und sind somit Teil eines umfangreichen Renaturierungsprojekts im Stauraum Jochenstein.

Gepflanzt wurden heimische Baumarten wie Weiden, Pappeln, Ulmen und Erlen – typische Vertreter eines Auwaldes. Die Fläche soll sich nun weitgehend selbst entwickeln: Die Natur übernimmt die weitere Gestaltung. Im angrenzenden Bereich wurde eine Glatthafer-Wiese mit Wiesenknopf angesät. Schon in wenigen Jahren soll sich hier ein wertvoller Lebensraum für Insekten und Amphibien befinden.
Der Umgang mit der Natur ist einer der acht Schwerpunkte bei den Pfadfindern. Die Renaturierung am Kößlbach wurde von Anfang an mitverfolgt. „Wir freuen uns riesig, dass wir jetzt selbst mit anpacken können. Die Kids haben jede Menge Spaß, tun dabei etwas richtig Nachhaltiges und können in den nächsten Jahren das Wachstum des Auwalds mitverfolgen“, sagt Andreas Protil, Gruppenleiter der Sauwald Scouts. „Und als ich ihnen gesagt habe, dass sie dabei wahrscheinlich richtig schmutzig werden, da waren alle sofort Feuer und Flamme.“
Umfassendes Projekt zur Renaturierung
Die Pflanzaktion markiert zugleich einen Meilenstein eines umfassenden Maßnahmenpakets, das seit Oktober 2025 im Stauraum Jochenstein umgesetzt wurde. „Mit dem Abschluss der Maßnahmen am Kößlbach haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht“, erklärt Projektleiter Christian Rucker von Verbund. Auf rund sechs Hektar entstand ein neues Stück Donau-Aulandschaft. Die Beteiligung der jungen Helfer sei dabei „das i-Tüpfelchen“.
Im Zuge der Arbeiten errichtete Verbund ein großzügig angelegtes durchströmbares Insel-Nebenarm-System. Es wurde die Mündung des Kößlbaches in die Donau verlegt und verlängert. Zudem entstanden mehrere Stillgewässer, ein Altarm, Amphibientümpel sowie eine neue Kiesinsel. Insgesamt wurden rund 190.000 Kubikmeter Material bewegt.
Lebensräume aufgewertet
Auch an anderen Standorten wurden Lebensräume aufgewertet: Bestehende Gewässer wurden erweitert, neue Stillgewässer geschaffen und gezielt Strukturen für Fische und Amphibien verbessert. Ziel ist es, die natürlichen Lebensräume entlang der Donau zu stärken und langfristig zu sichern. Davon profitieren neben Fischen und Amphibien unter anderem auch Libellen, Kleinstlebewesen, Vögel und andere Tierarten. Besonderes Augenmerk wurde auf die Schaffung von Laichhabitaten für Fische gelegt, um die Bestände zu vergrößern.
Weitere Pläne
Im nächsten Bauabschnitt sollen im Stauraum Aschach Maßnahmen umgesetzt werden. Der dritte und letzte Abschnitt befasst sich mit dem Stauraum Jochenstein am deutschen Ufer und soll 2028 bis 2029 fertiggestellt werden.
Die Maßnahmen sind Teil des EU-Projekts „LIFE Blue Belt Danube Inn“, das die Lebensräume entlang von Donau und Inn verbindet und ökologisch aufwertet. Mehrere Kraftwerke, darunter Schärding-Neuhaus, Passau-Ingling und Jochenstein, werden hierbei mit Fischwanderhilfen ausgestattet, die Ufer werden renaturiert. Fische können damit Donau und Inn von Rumänien bis Rosenheim passieren.


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