So kommen Menschen mit Demenz sicherer durch die heißen Tage
SCHÄRDING. Menschen mit Demenz haben zum Teil einen starken Bewegungsdrang. An sehr warmen Sommertagen sind Spaziergänge im Freien für Betroffene oft zu anstrengend, insbesondere im hohen Alter. Wie Aktivitäten bei Hitze in den Alltag eingebaut werden können und worauf geachtet werden muss, erklärt Jasmin Jung, Demenzbeauftragte am Klinikum Schärding.

Herumgehen und Ruhelosigkeit sind typische Phänomene der Demenz, wobei die Ursachen dafür vielfältig sind. „Fehlt – etwa aufgrund zu hoher Temperaturen – tagsüber Bewegung, so wachen Erkrankte in der Nacht öfter auf und sind aktiver. Darum ist es besonders wichtig, dem Drang nach Bewegung tagsüber nachzukommen“, erläutert die Demenzexpertin. Bei hohen Temperaturen empfehlen sich Ausflüge in große, klimatisierte Einkaufszentren, sofern diese zu den Vorlieben und Gewohnheiten der Betroffenen passen. In ländlichen Gegenden sind Spaziergänge in den frühen, noch kühlen Morgenstunden ideal. Auch schattige Parks oder Wälder sind dann ein gutes Ziel für Menschen mit Demenz. Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme sollten im Freien ebenso wenig fehlen wie eine Flasche Wasser. Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme sollten im Freien ebenso wenig fehlen wie eine Flasche Wasser.
Für viel Flüssigkeit sorgen
Menschen mit Demenz nehmen das eigene Durstgefühl nicht mehr gut wahr und vergessen auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wenn zu wenig getrunken wird, kann der Körper nicht genügend Schweiß bilden, um sich abzukühlen, wodurch Probleme mit dem Kreislauf drohen. Zudem kann Flüssigkeitsmangel, der sich auch durch trockene Lippen bemerkbar macht, den körperlichen wie geistigen Zustand der Betroffenen beeinträchtigen. Da bei hohen Temperaturen auch in der Nacht mehr geschwitzt wird, sollte die übliche Trinkmenge erhöht werden. Wenn regelmäßig – über den Tag verteilt – Wasser angeboten wird, kann der Flüssigkeitsbedarf leichter aufgenommen werden. Ein Tipp der Expertin: „Menschen mit Demenz erinnern sich meist gut an ihre Kindheit. Mit einem Lieblingsgetränk aus dieser Zeit ist es für sie einfacher, mehr zu trinken. Auch entwickeln sie eine Vorliebe für Süßes. Anstelle von stark zuckerhaltigen Limonaden bietet sich mit Honig leicht gesüßter, abgekühlter Früchte- oder Kräutertee an.“
Klein geschnittene Früchte und wasserreiche Obst- oder Gemüsesorten wie Gurken und Melonen steigern als Zwischenmahlzeit ebenfalls die Flüssigkeitszufuhr. Auch mit Pudding und Jogurt oder einer Suppe kann mehr Flüssigkeit zu sich genommen werden.
Kühl bleiben mit der richtigen Kleidung
Häufig haben Menschen mit Demenz ein beeinträchtigtes Temperaturempfinden. Betroffene tragen beispielsweise im Winter zu leichte oder im Sommer zu warme Kleidung. Menschen mit fortgeschrittener Demenz können schwer beurteilen, welche Kleidung bei welchem Wetter angemessen ist, und oftmals nicht mehr äußern, ob ihnen zu warm oder zu kalt ist. Helle, weite Kleidungsstücke aus natürlichen Materialien wie Leinen oder Baumwolle sind atmungsaktiv und kühlen den Körper. In der Nacht fördert ein leichter Bettüberzug ohne Decke einen gesunden, erholsamen Schlaf.


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