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FREINBERG. Die Zeit als Landtagsabgeordnete ist für Barbara Tausch Geschichte. Sie zieht nun in den Bundesrat ein. Im Tips-Interview blickt die Neu-Bundesrätin auf ihre Zeit im Landtag zurück und erzählt, wofür sie sich in Zukunft im Bundesrat einsetzen wird.

Barbara Tausch wechselt vom Landtag in den Bundestag, wo sie sich für die Stärkung des ländlichen Raumes einsetzen will. (Foto: lichtlinien.at)

Tips:Sie waren von 2013 bis 2015 und von 2019 bis 2021 im Oö. Landtag tätig: Wenn Sie an diese Zeit zurückdenken, welche Bilanz können Sie für sich ziehen?

Barbara Tausch: Auf den ersten Blick ist es ein ziemliches Hin und Her. Zwei Jahre im Landtag, vier Jahre weg, dann wieder zwei Jahre. Die Zeit war sehr lehrreich und hat mich gefestigt. Politik ist eben eine große Unberechenbare. Dennoch begeistert sie mich immer wieder aufs Neue, weil das Erarbeiten von Lösungen mit und für die Menschen große Freude macht.

Tips:Was waren für Sie die Höhepunkte als Landtagsabgeordnete und was die größten Herausforderungen?

Tausch: Trotz der doch eher kurzen Zeit liegen allein im Bezirk viele Hochs und Tiefs hinter uns. Die Flüchtlingswelle 2015, das Hochwasser 2013 und die wahnsinnige Sturzflut im Jahr 2016 in meiner Heimatgemeinde in Freinberg waren große Brocken. Nach wie vor begleitet die Corona-Pandemie im täglichen Tun. Grenzverkehrsregelungen mit all dem Hickhack sind hoffentlich Geschichte. Sämtliche Entlastungsmaßnahmen, Investitionspakete wie etwa der OÖ-Plan oder auch gezielte Familienzuschüsse haben geholfen. Einen Dank erwartet man eh nicht, nur ist jegliches Schlechtreden der Politik unangebracht. Nur im gemeinsamen Zusammenwirken, im ehrlichen und wertschätzenden Konsens, können wir die Pandemie hinter uns bringen. Vor einem Jahr gab es noch keine Impfmöglichkeit, jetzt haben wir die Chance, die wir doch nutzen sollen. Ich danke vor allem dem Roten Kreuz und der Gesundheitsbehörde, die auf allen Ebenen fundierte Informationen und Angebote bieten. Große Erfolge sind die Fortschritte im Glasfaserausbau in den Gemeinden. Eine optimale Breitbandversorgung ist die Chance für den ländlichen Raum, für neue Arbeits- und Lebensmodelle. So können wir junge Menschen und Familien halten und Betriebe gewinnen. Ehrenamt und Vereinswesen sind wichtige Parameter in unserem Bezirk, die es zu unterstützen gilt. Es freut mich sehr, bei jeglichen Auszeichnungen, Konzerten, Eröffnungs- und Einweihungsfeiern dabei zu sein, denn sie sind Zeichen für Lebendigkeit und Gemeinschaft.

Tips:Sie wechseln nun in den Bundesrat: Wie geht es Ihnen dabei?

Tausch: Mir ist schon zweierlei. Einerseits steckt Wehmut hinter dem, was ich sehr gerne gemacht habe, und andererseits bin ich schon sehr gespannt auf die neue Aufgabe. Anlässlich des Amtsantrittes des neuen Bundeskanzlers Alexander Schallenberg und des neuen Außenministers findet am 3. November eine Sondersitzung statt. Hier erfolgt auch die Angelobung der zehn oberösterreichischen Bundesräte.

Tips:Können Sie unseren Lesern kurz erklären, welche Aufgaben Sie in Zukunft als Bundesrätin haben und was der Bundesrat generell ist?

Tausch: Der Bundesrat ist sozusagen die Länderkammer, die die Interessen des Landes OÖ in der Bundesgesetzgebung vertritt. Ich bin quasi im Auftrag des Landes Oberösterreich in Wien unterwegs. Auf Landes- und Bundesebene eingebunden zu sein, ist gewiss eine große Aufgabe. Es gibt also genug zu tun.

Tips:Wofür werden Sie sich als Bundesrätin stark machen? Was werden Ihre Hauptanliegen sein?

Tausch: Erklärter Schwerpunkt des Bundesrates ist die Stärkung des ländlichen Raumes, ein großes Anliegen von mir. Wichtig ist mir die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in unserer Region. Offene Lehrstellen, Fach- und Pflegekräftemangel sind große Baustellen. Wir müssen es schaffen, das nicht gerechtfertigte Image dafür endlich aufzubrechen und die Zukunftschancen zu den Menschen bringen. Bedarfsgerechte und flexible Kinderbetreuung, eine intakte Infrastruktur, die Sicherung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung und ein praktikables Mobilitätskonzept sind außerdem weitere Themen, die uns beschäftigen werden.


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