Katerchen „Paul“ kriegt die Flasche und Schaf „Lilli“ rennt durchs Haus
SCHLATT. Mit lautstarken „Meh, meh“-Rufen rennt Kamerun-Schaf Lilli durch Vorhaus und Küche. Kein Wunder, das zehn Wochen alte Tier hat Hunger und wartet darauf, dass ihr Daniela Reindl (33) das heißersehnte Fläschchen gibt.

Seit ihren 14. Lebensjahr kümmert sich die Tierarztassistentin aus Neukirchen um Wildtiere. Was zunächst als gemeinsames Hobby mit ihrem Vater begonnen hatte, beherrscht mittlerweile ihren gesamten Tagesablauf: Tagwache ist um 4 Uhr früh, wo nicht nur Lebensgefährte Norbert Eder zur Arbeit fährt, sondern auch Schaf Lilli und Katerchen Pauli ihre ersten Flascherl verlangen. Dann geht es zu den vielen Eichkätzchen und Igeln, ehe sich Reindl selbst einen Kaffee gönnt. Nachdem Sohn Lukas (9) bei der Schule absetzt wurde, fährt sie zur Arbeit, und später bestimmen Füttern, Ausmisten und Putzen den restlichen Tag. Dazwischen wird meist wieder ein in Not geratenes Tier abgeholt oder Leute bringen Fundtiere vorbei. Aber auch mit Tierärzten, die sich ebenfalls auf ihr Geschick verlassen, arbeitet Daniela Reindl gut und oft zusammen.
„Das Wissen, wie man die Tiere versorgt, hab ich mir selbst beigebracht oder von Jägern erfragt“, so Reindl. Aus ihrer Liebe zu Tieren wurde schließlich der Beruf der Tierarztassistentin. „Ich muss privat zwar fast den ganzen Tag mit einem Putzfetzen herumrennen, aber die Tiere sind so unendlich dankbar“, lacht Reindl.
In ihrem Haus bzw. weitläufigen Garten in Schlatt hat sie alleine heuer schon 91 junge oder verletzte Tiere (darunter Feldhasen, Eichkätzchen, Wildenten, Schildkröten, Tauben, Krähen, Falken, Siebenschläfer oder auch Fledermäuse) aufgezogen, geheilt und sie dann – wenn möglich – wieder ausgewildert. Mit Schaf Lilli, das auch ins Haus darf, wird dies allerdings schwierig werden, denn sie hat sich mittlerweile zu sehr an Kuschelstunden auf der Couch gewöhnt.
Und auch Kater „Pauli“, der erst eine Woche alt ist, wird Daniela Reindl wohl nicht mehr von der Seite weichen, denn schließlich ist sie seine Ersatzmami, die ihm alle zwei Stunden ein Flaschi gibt und ihm anschließend den Bauch massiert, bis er wieder satt und zufrieden auf dem erwärmten Kirschkernkissen schlummert.
Wer Daniela Reindl mit Futterspenden oder finanziell unter die Arme greifen will: Facebook-Gruppe „Wildtierhilfe Oberösterreich“ bzw. Spendenkonto: Daniela Reindl, Wildtierhilfe OÖ., IBAN: AT 81 2032 0322 0280 8247, BIC: ASPKAT2LXXX








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