Seewalchens Bürgermeister Johann Reiter (ÖVP) übergibt das Amt an Gerald Egger
SEEWALCHEN. Am 31. Dezember 2019 geht die Amtszeit eines der längstdienenden Bürgermeister im Bezirk Vöcklabruck zu Ende. Johann Reiter, der seit 5. Oktober 1997 im Amt befindliche Bürgermeister der Marktgemeinde Seewalchen, wird sich nach über 22 Jahren als Bürgermeister und nach 32 Jahren in der Kommunalpolitik zurückziehen.

Nach einem mehrmonatigen und intensiven Überlegungs- und Entscheidungsprozess und intensiven Beratungen mit der Familie und mit der ÖVP Gemeinderatsfraktion reifte für und in Reiter der Entschluss, die laufende Legislaturperiode nicht mehr zu vollenden und das Bürgermeisteramt vorzeitig zurückzulegen. „Ich habe im vergangenen Winter nach einem neuerlichen Akutwerden eines HWS-Bandscheibenvorfalls, der intensive Behandlungen und einen REHA-Aufenthalt notwendig machte, deutlich gemerkt, dass es an der Zeit ist, sich konkrete Gedanken über einen Rückzug aus der Kommunalpolitik zu machen,“ berichtete Reiter.
Einer der engsten Mitarbeiter des Seewalchner Bürgermeisters, Kulturausschussobmann Gerald Egger, erklärte sich schließlich bereit, als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung zu stehen. Bei einer ÖVP Klausurtagung im April 2019 wurde Gerald Egger einstimmig als Nachfolger von Johann Reiter designiert. Während der Sommermonate wurden die Gespräche mit den Spitzenvertretern der Gemeinderatsfraktionen der FPÖ, SPÖ und Grünen aufgenommen, um die Nachfolgeregelung auch politisch zu vereinbaren.
„Ich bedanke mich an dieser Stelle für das angenehme Gesprächsklima und das entgegengebrachte Verständnis für meinen bevorstehenden Rückzug“, meinte Reiter. „Hut ab und ein großes Danke an die Vertreter der FPÖ und der Grünen, die mir in kürzester Zeit positive Rückmeldungen gaben und ihre Zustimmung zur Wahl von Gerald „Gery“ Egger zu meinem Nachfolger signalisierten.“
Johann Reiter, der im Dezember 65 Jahre alt wird, sieht seinen Rückzug pragmatisch. „Dass die laufende Legislaturperiode, die vierte als Bürgermeister und fünfte als Gemeinderat, meine letzte sein wird, war und ist für Viele schon seit Längerem bekannt,“ stellte Reiter fest. „Mit 65 darf man auch an das Leben nach der Politik denken. Und im Übrigen hatte ich sowieso vor, nach der für 2020 geplanten Landesausstellung meinen Rückzug anzutreten. Jetzt ist`s halt um ein Jahr früher soweit.“
Ambitioniert und kompetent
Von seinem designierten Nachfolger Gerald Egger zeigte sich Johann Reiter begeistert. „Ich habe Gery Egger 2015 in die Kommunalpolitik geholt und sofort gemerkt, dass hier ein höchst ambitionierter und kompetenter Gemeindevertreter heranreift. Ich bin froh und dankbar, dass Gery diese große Herausforderung annimmt. Er hat mein volles Vertrauen und Unterstützung.“ Gerald Egger, MBA kommt aus der Privatwirtschaft, und hat sich zahlreiche spezielle Qualifikationen erworben. Insbesondere in den Bereichen Kulturgeschichte und Archäologie und Weltkulturerbe Pfahlbauten. Er ist ausgebildeter Museumskustode und hat ein Master-Studium für Tourismusmanagement an der Kepler-Universität Linz absolviert.
Bekannt wurde Egger als Mitverfasser der erfolgreichen Bewerbung der Gemeinden Seewalchen, Attersee und Mondsee um die Landesausstellung 2020, die - zum Ärger Vieler in der Region - vom Land O.Ö. auf 2027 verschoben wurde. Gery Egger und sein Team vom Verein Pfahlbau am Attersee haben zahlreiche kulturtouristische Projekte initiiert und maßgeblich mitbegleitet, wie die Errichtung des Pfahlbaupavillons und des Pfahlbauspielplatzes an der Promenade in Seewalchen, den Bau von zwei Einbäumen nach historischen Vorbildern. Gery Egger ist Initiator und Organisator des beliebten Pfahlbau-Seefestes mit der weithin bekannten Einbaum-Regatta. „Gery Egger ist fast 20 Jahre jünger als ich, und wird allein schon aus diesem Grund für neue Ideen und frischen Schwung sorgen. Er wird sich rasch einarbeiten und das dzt. sehr gute kommunalpolitische Klima absichern und weiter verbessern. Gute Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft sind ihm genauso wichtig, wie sie mir waren,“ ergänzt Bgm. Reiter.
Nachfolger Gerald „Gery“ Egger fühlt sich geehrt
Zu seinen Zielen als designierter neuer Bürgermeister von Seewalchen gibt sich Egger noch etwas zurückhaltend. „Ich sehe es als ganz große Ehre und eine riesige Herausforderung, als Bürgermeisterkandidat für meine Heimatgemeinde Seewalchen antreten zu dürfen. Und einem erfolgreichen und anerkannten Bürgermeister wie Johnny Reiter nachzufolgen, ist ja auch nicht ganz leicht. Jetzt muss ich sowieso erst mal von den Seewalchner Gemeinderätinnen und Gemeinderäten gewählt werden. Und dann gibt`s genügend Gelegenheiten, über die Zukunft von Seewalchen zu reden, und gemeinsam mit den Gemeinderatsfraktionen neue Impulse zu setzen. Aber auch die anstehenden oder in der Startbahn befindlichen Projekte vorzubereiten und umzusetzen,“ meinte Egger. Dazu zählen zahlreiche Infrastrukturprojekte in den Bereichen Straßen- und Kanalbau, sowie insbesondere auch der Neubau des Feuerwehrhauses für die FF Seewalchen, die Neugestaltung des Ortszentrums als Begegnungszone und die Errichtung eines gemeindeübergreifenden Altstoffsammelzentrums im Betriebsgebiet Seewalchen.
Die Bürgermeisterwahl in Seewalchen wird in einer Gemeinderatssitzung am 21. Jänner 2020 stattfinden. Da Bgm. Reiter mit 1. Jänner 2020 im Ruhestand ist, wird die drei Wochen bis zur Bürgermeisterwahl die 1. Vizebürgermeisterin Claudia Haberl die Geschäfte der Gemeinde führen.


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