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SEITENSTETTEN. Vor über 400 Menschen sprach Bischof Erwin Kräutler im Promulgationssaal des Stiftes Seitenstetten.

Zahlreiche Zuhörer waren zum Vortrag des Bischofs gekommen. Foto: W. Zarl
  1 / 2   Zahlreiche Zuhörer waren zum Vortrag des Bischofs gekommen. Foto: W. Zarl
Der gebürtige Vorarlberger Erwin Kräutler ist seit 35 Jahren Bischof in der flächenmäßig größten Provinz Brasiliens, Xingu. Schon bei seinem Amtsantritt wurde er von den Laien in seinen christlichen Gemeinden gebeten, er möge ein betender Bischof sein, der nicht nur von seinem Schreibtisch aus die Diözese leiten möge. Und daran hat sich der freundliche, sehr volksnahe Mann dann auch gehalten und war neun Monate im Jahr in seinen 800 Gemeinden unterwegs. Er ist der Bischof, der direkt zu den Menschen geht. Er handle damit direkt nach der Empfehlung von Papst Franziskus, der gemeint hat, seine Priester sollen den Geruch der Schafe annehmen, wenn sie als gute Hirten in Kontakt mit ihnen stehen. Verhaftung und AnzeigenSeine Volksnähe ging so weit, dass er 1983 von der Militärpolizei verhaftet wurde, als er sich mit Zuckerrohrbauern solidarisierte, die ihren neun Monate ausständigen Lohn eingefordert hatten. Durch diese Aktion, die ihn in ganz Brasilien bekannt machte, erhielten die Bauern zehn Tage später ihr Geld.Kräutler ist keiner, der sich hinter seiner Position versteckt. Seine Anzeigen gegen einflussreiche Personen in Altamira wegen Kinderprostitution haben ihm auch mächtige Feinde eingetragen. Seit 2006 steht er unter ständigem Polizeischutz. Er unterstützt auch die eingeborenen Indianerstämme gegen die Pläne eines Staudammbaus bei Belo Monte, die deren Wasserversorgung vernichten würde. „Und eine Zwangsumsiedlung hat immer fatale Folgen“ stellt er fest. Glückliches LebenTrotz mehrerer Mordanschläge auf sein Leben ist er glücklich damit, antwortet er auf eine Frage aus dem Publikum. „Was würde Jesus tun“, war immer die Frage, die er sich in kritischen Situationen gestellt hat und hat danach seine Entscheidungen ausgerichtet. In seiner Diözese leben etwa 20 verschiedene Indianerstämme. Und einer dieser Stämme sind die Kayapo. Und bei diesen wird der wehrhafte Bischof „Der große Häuptling der Priester“ genannt.

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