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SEITENSTETTEN. Im Bildungszentrum St. Benedikt fand eine Diskussion über den Wert der Lebensmittel mit einem hochkarätig besetzten Podium statt.

v.l.: Bürgermeister Johann Spreitzer (ÖVP), Andrea Sattler (Bäuerin), Andrea Leichtfried (Biobäuerin), Claus Holler (Bio-Austria), Ernst Gassner (Weltladen, Fair Trade), Christa Ruspeckhofer (eNu), Anton Kasser (gda-Obmann), Lucia Deinhofer (Bildungszentrum St. Benedikt) Foto: Leeb

Eine gute Mischung an unterschiedlichen Positionen zum Thema „Wert der Lebensmittel“ bot die Podiumsdiskussion, die im Bildungszentrum St. Benedikt statt gefunden hat. Christa Ruspeckhofer (Energie- und Umweltagentur NÖ) moderierte souverän und kurzweilig durch den Abend und das durchaus kontroverse Thema. Wenn um zehn Prozent mehr in der Region eingekauft würde, würde das zusätzliche 21.000 Arbeitsplätze in Österreich bedeuten, so Ruspeckhofer.

Andrea Sattler ist seit 20 Jahren Bäuerin im Vollerwerb auf einem konventionell geführten Hof. Gemeinsam mit ihrem Gatten und ihrem Sohn bewirtschaftet sie etwa 75 Hektar Nutzfläche. Die Betriebsmaxime lautet die beste Qualität so günstig wie möglich zu erzeugen, da der Konsument nicht bereit sei, einen höheren Preis zu zahlen. Sie kritisiert, dass in der Werbung ein Bild von der Tätigkeit und dem Umfeld des Bauern gezeigt wird, dass mit der Realität nicht überein stimmt. Sie fordert Aufklärung für den Konsumenten.

Andrea Leichtfried führt ein 6,5 Hektar große Biolandwirtschaft im Nebenerwerb. Bei ihrem Direktverkauf in Waidhofen trifft sie durchaus auf Kunden, die höhere Preise zahlen würden. Allerdings bedient sie auch eine Klientel, die meist jünger ist und einen bewussten Umgang mit Lebensmittel hat. Sie ist überzeugt, dass man schon bei den Kindern diesen bewussten Umgang mit Lebensmitteln anerziehen kann.

Claus Holla von Bio-Austria berichtet von Kopenhagen (Dänemark), wo in der Gastronomie des öffentlichen Raums ein Bioanteil von 95 Prozent herrscht. Wien kommt in den öffentlichen Großküchen gerade auf einen Bioanteil von 30 Prozent. Geld sei der Hauptgrund für diese niedrige Quote. Für die Tagesverpflegung einer Person mit fünf Mahlzeiten und Getränken stehen gerade 3,55 Euro zur Verfügung. Nächstes Jahr wird diese Betrag um 4 Cent angehoben.

Ernst Gassner, Geschäftsführer des Weltladen Amstetten, berichtet von etwa 800 Millionen hungernden und 1,9 Milliarden übergewichtigen Menschen auf der Welt. 70 Prozent der Lebensmittel werden in kleinbäuerlichen Strukturen erwirtschaftet.

Ingrid Kaubeck, Betreiberin der Adeg Filiale in St.Peter/Au war als einzige aller regionalen Vertretungen der umliegenden Handelsketten zum Vortrag gekommen. Sie appelliert unter Beifall an die Bürgermeister, die regionalen Märkte zu unterstützen.


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