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SIPBACHZELL. Sie ist Expertin in der Verwendung von Kräutern und sagt von sich selbst, dass sie ein ausgeprägtes Helfersyndrom hat. Gerti Mühlgrabner ist die „Sipbachzeller Kräuterhexe“.

Gertraud Mühlgrabner in ihrem „Hexnhäusel“, das hat sie von ihrer Familie (sie hat vier Kinder, sechs Enkel und einen Urenkel) zum runden Geburtstag bekommen. Foto: Mühlgrabner

Gerti Mühlgrabner liebt die Natur und das, was sie hervorbringt. In ihrem Garten nahe dem Ortszentrum liegt kein Fleckerl Erde brach. Überall hat sie ihre Kräuter, ihr Gemüse und Obst angebaut, rein biologisch natürlich. Bei der Gartenarbeit wird sie tatkräftig von ihrem Mann Siegfried und den Effektiven Mikroorganismen unterstützt, erzählt die Kräuterexpertin. Wobei Gartenarbeit für sie ja keine Arbeit bedeutet, sondern eher „Freisein“.

Aus dem eigenen Garten

Alles, was sie erntet, wird in der eigenen Küche verarbeitet oder verschenkt. Ihre Teemischungen empfiehlt sie in der eigenen Familie, für viele Wehwehchen hat sie ein Kraut parat. „Es ist das Schönste, sich von Mutter Natur etwas zu holen“, gibt die Naturliebhaberin ihren Gefühlen Ausdruck. „Wir sind aber auch für unsere Erde verantwortlich, wir müssen auf sie schauen.“ Besonders am Herzen liegt ihr die Verwendung von regionalen, saisonalen Produkten, wenn möglich aus biologischem Anbau. Auch ist sie stark dafür, dass man Schulmedizin und alternative Medizin als gegenseitige Ergänzung sieht. Das Wissen um die Kräuter und den Garten hat sie sich in Seminaren, bei Aufenthalten bei Kräuterpfarrer Weidinger oder mit Hilfe von Büchern angeeignet.

Mit Hexenhäusel am Markt

Ihre Marmeladen, Kräutersalze oder eingelegten Kürbisse bietet sie auch am Gallusmarkt in Kremsmünster oder am Weihnachtsmarkt in Sipbachzell an. Wobei sie ja nichts verkauft. Vielmehr bittet sie um eine Spende für vier Sozialorganisationen: Ärzte ohne Grenzen, Rotes Kreuz, SOS Kinderdorf und Schmetterlingskinder. All ihre Einnahmen werden gespendet. Immer wieder werden von ihr auch kleinere Projekte unterstützt. Zuletzt konnte sie einer Familie aus der Region helfen. Eines der drei Kinder einer alleinerziehenden Mutter ist auf den Rollstuhl angewiesen.

Im Herzen jung geblieben

„Im Herzen bin ich 40 Jahre alt“, sagt die 73-Jährige. Da verwundert es kaum, dass es mit dem Garteln und dem Verarbeiten der Ernte bei Gerti Mühlgrabner nicht getan ist. Irgendwie einen Beruf hat die Kräuterhexe auch noch, obwohl sie es selbst nicht so sieht. Seit 50 Jahren ist sie als Versicherungsberaterin viel unterwegs und macht das immer noch mit Leidenschaft. Auch wenn sie zugibt „schon etwas zurückgesteckt“ zu haben.

Vielseitig engagiert

Wie schafft sie das alles? Vermutlich, weil sie sich auch körperlich fit hält, zum Beispiel im eigenen kleinen Fitnessraum. Einmal in der Woche leitet sie außerdem eine Turnstunde für junggebliebene Sipbachzellerinnen. Auch an Projekten des Arbeitskreises Gesunde Gemeinde beteiligt sie sich, besucht Veranstaltungen des Kneippvereines oder macht mit ihrem Mann kleine Reisen.


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