Vortrag „Wir schaffen die Kindheit ab!"
SONNTAGBERG. Der Gemeinde21-Arbeitskreis “Leben in Sonntagberg“ lädt am Mittwoch, 23. Mai 2018, um 19.30 Uhr in die Festhalle Rosenau zum Vortrag “Wir schaffen die Kindheit ab! Liebe – Kinder – Kinderliebe“ von Günther Loewit.

Der Arzt und Bestsellerautor Günther Loewit wird an diesem Abend zum Thema Kindererziehung mit all seinen Facetten und Herausforderung der heutigen Zeit zu referieren. Messerscharf seziert er vor dem Hintergrund einer bedrohlich rückläufigen Geburtenrate den falschen Umgang mit Kindern – weg also mit Verhätschelung, Verwahrlosung, Überforderung: Wir müssen unsere Kinder aus dem goldenen Käfig entlassen, ist der Vater dreier Kinder überzeugt. Scharfsichtig und provokant legt der in Marchegg im Marchfeld ordinierende Arzt seinen Finger auf die Wunden unserer Zeit. Er zeigt auf, wie wir zwischen Erziehungsperfektionismus und Vernachlässigung die gesunde Mitte im Umgang mit unseren Kindern verloren haben, und wohin der Egoismus unserer kinderfeindlichen Selbstverwirklichungsgesellschaft führt. Gleichzeitig macht er anhand ausgewählter Beispiele deutlich, wie wir wieder zu einem entspannten und befreiten Umgang mit unseren Kindern zurückfinden können.
Die zehn Thesen von Loewit
1. Eine Gesellschaft kann mit durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau nicht überleben; der Egoismus der „Generation Selbstverwirklichung“ gefährdet unsere Zukunft.
2. Die ursprüngliche, von der Natur vorgesehene Heimat eines Kindes ist nicht die staatliche Kinderbetreuungseinrichtung, sondern die Familie.
3. Mutter oder Vater zu sein, ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern ein vollwertiger Beruf, dervon der Gesellschaft auch finanziell honoriert werden müsste.
4. Die Natur hat Mann und Frau als unterschiedliche Wesen geschaffen. Mit diesen körperlichen Unterschieden sind auch unterschiedliche Rollenbilder untrennbar verknüpft, die nicht bis zur totalen Gleichheit aneinander angepasst werden können.
5. Eltern müssen bereit sein, ihre eigene Bedürfnisse und ihre Selbstverwirklichung vorüber-gehend zugunsten ihrer Kinder zurückzustellen.
6. Die sensibelste Phase für die kindliche Entwicklung sind die ersten Wochen, Monate und Jahre. Fehler in dieser prägenden Anfangszeit können oft ein Leben lang nicht mehr korrigiert werden.
7. Für die Entwicklung von Kindern ist weniger eine noch so durchdachte Erziehung als das von den Eltern gelebte Vorbild ausschlaggebend.
8. Kinder brauchen Frei- und Spielraum. Ständige Beobachtung und Kontrolle hemmen die kindliche Entfaltung.
9. Wer Kindern alle Steine aus dem Weg räumt, entfremdet sie von der Lebenswirklichkeit.
10. Die Medizin kann wohl bei der Heilung einzelner Krankheiten behilflich sein, aber sie kannkein ständig verfügbares Heilmittel für alle Probleme des Lebens bieten.
Mit seinen eindringlichen, humorvollen, kritischen und gleichzeitig wohltuend bodenständigen Auftritten fesselt Loewit ein Fachpublikum ebenso wie ein breit interessiertes Publikum.


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