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ST. FLORIAN. Überpackte Taschen im Kofferraum, brütende Hitze und stundenlanger Stau auf der Autobahn sind oft unliebsame Begleiter auf dem Weg in den Sommerurlaub. Nicht so für Robert Boxrucker, auch wenn er zur Hauptsaison einen Trip zum Gardasee plante. Er schnappte sich kurzerhand sein Fahrrad und trat damit die Reise quer über die Alpen an. Abseits vom nervigen Urlaubstrubel auf den Autobahnen wagte er das Abenteuer „Transalp“.

Die Radfahrer genossen die atemberaubende Landschaft
  1 / 9   Die Radfahrer genossen die atemberaubende Landschaft

Die Faszination der Alpen hautnah zu erleben war das Ziel von Robert Boxrucker, als er gemeinsam mit zwei Freunden am 18. Juli 2015 zur Transalp-Tour aufbrach. Zuerst ging es mit dem Bus nach Kirchberg in Tirol. Von dort brachen die drei Radfahrer mit ihren Mountainbikes zur Tour auf. „Wir waren von Kirchberg bis Riva del Garda sechs Tage unterwegs und haben in diesen Tagen 13.000 Höhenmeter und 450 Kilometer zurückgelegt. Davon waren zirka 50 Kilometer auf Asphaltstraßen, der größte Teil auf Forst-, Schotter- und steinernen Militärstraßen und ein kleinerer Teil auf Wanderwegen“, erklärt Boxrucker. „Da wir alle drei Ganzjahressportler sind, brauchten wir uns körperlich nicht besonders darauf vorzubreiten. Ich habe vorher nur öfter das Mountainbike statt des Rennrads benutzt.“

Die meiste Zeit nahm laut dem Radfahrer die Streckenplanung und die Planung für die Ausrüstung in Anspruch. „Da es sehr wichtig ist, einen möglichst leichten Rucksack mitzuführen, haben wir uns abgesprochen, wer was mitnimmt. Somit hatten wir Rucksäcke, die nur fünf bis sechs Kilogramm wogen“, so Boxrucker.

„Zu den schönsten Erfahrungen und Eindrücken zählt sicherlich der Zusammenhalt in der Gruppe. Wenn sich alle gut verstehen, ist es einfach, Lösungen zu Problemen und Änderungen zu finden und zu vereinbaren.“ Solche „Probleme“ hätte es laut dem Profiradler am zweiten Tag über den Krimmler Tauern gegeben, einem steinigen Weg mit Schiebe- und Tragepassagen. „Ich hatte innerhalb weniger Stunden dreimal eine Reifenpanne. Da wir nur zwei Ersatzschläuche mit hatten und zwischendurch keine Möglichkeit einen neuen zu besorgen, musste ich mein Fahrrad ins nächste Tal schieben. Meine Kameraden fuhren voraus, besorgten einen Schlauch und kamen mir wieder entgegen. Das größte Problem gab es am dritten Tag. Einer von uns stürzte und hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Die Bergrettung brachte ihn und sein Fahrrad mit einem Geländefahrzeug ins nächste Tal, wo er von einem Arzt erstversorgt wurde“, schildert der Sportler. Zu zweit setzten die Radfahrer ihre Tour zum Gardasee fort.

Zwischen Almen und Gebirgsseen

Sehr beeindruckend war für Boxrucker die Landschaft, mit den vielen schönen Bergen und Tälern, den riesigen und steilen Felswänden, Almen und kleinen Gebirgsseen. „Am meisten in Erinnerung blieb mir der „Bindelweg“, ein schmaler Wanderweg entlang eines Almenkammes von Porta Vescovo zum Pordoijoch. Unten im Tal sah man ständig den Fedaia Stausee und gegenüber die schneebedeckte Marmolada, die höchste Erhebung der Dolomiten“, erklärt der Radfahrer, „einer der schönsten Orte war im Bereich des Naturparks Fannes-Sennes. Ein Hochplateau zwischen den weißen Felswänden der Dolomiten. Beeindruckend war auch die Auffahrt zum Passo Rolle, nicht sehr steil und guter Untergrund, entlang einer mächtigen Felswand. Oben kamen wir zu einem kleinen Bergsee, hier genossen wir die abendliche Wolkenstimmung.“

Gegessen hätten sie bei der Tour nach einem ausgiebigen Frühstück tagsüber nur ein oder zwei Wurstsemmerl und noch etwas Obst. „Getrunken haben wir am Tag meist das Wasser aus kleinen Gebirgsbächen“, so der St. Florianer.

Tour aus dem Internet

Die Tour haben sich die Radler auf dafür vorgesehenen Internetseiten zusammengestellt. „Hier kann man sich die eigene Strecke aus kleinen Etappen zusammenreihen. Diese wurden bereits von einem Mountainbiker passiert, somit ist sichergestellt, dass es die Strecken noch gibt. Die fertige Tour kann man sich schließlich auf ein Fahrradnavigationsgerät übertragen“, erklärt Boxrucker. Nächstes Jahr ist wieder eine Trans-Alp-Tour geplant, mit anderer aber ähnlich schwieriger Streckenführung.<


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