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ST. GEORGEN/LANGENSTEIN/MAUTHAUSEN. Die „Bewusstseinsregion“ – zu der sich die Gemeinden Langenstein, Mauthausen und St. Georgen/Gusen zusammengeschlossen haben, blickt auf ihre bereits sehr intensive Arbeit zurück und schreitet mit neuen Ideen in das Jahr 2018.
 

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als Zukunftschance.
Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als Zukunftschance.

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit beinhaltet für die Bürgermeister des Gemeindeverbandes und für Andrea Wahl, Geschäftsführerin der Bewusstseinsregion, vor allem eine Chance für die Zukunft. Ihr Ziel ist es, aus einer belasteten Geschichte Impulse für Demokratie und Menschenrechte zu geben. Als erster Höhepunkt wurde im November vergangenen Jahres ein Symposium für Menschenrechte abgehalten. Anlässlich des Wechsels in der Vorsitzführung des Verbandsobmannes von Thomas Punkenhofer zu Erich Wahl zogen die Verantwortlichen kürzlich ein Resümee und informierten über die geplanten Aktivitäten im Jahr 2018.

Gedenkstätte ist größer als 15 Hektar

Bereits im April erfolgt die Ausstellungseröffnung zur Geschichte der Reichsbahn im Bahnhofsgebäude Mauthausen. Nach Abriss des Gebäudes im vierten Quartal dieses Jahres sollen eine Rampe sowie ein Teil des bestehenden Gleises aus der Zeit des Nationalsozialismus als Gedenkort erhalten bleiben. Geplant ist eine durchgehende Verbindung der Fußwege vom Bahnhof Mauthausen zum Marktplatz St. Georgen als Audioweg mittels App-Erweiterung und in Verbindung mit öffentlichen  Verkehrsmitteln. “Es gilt ein Bewusstsein zu schaffen, Gedenkstätte als Region zu begreifen und nicht als Moloch, der sich auf einen Hügel von 15 Hektar am Areal des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen beschränkt. Audiowege sind eine Möglichkeit zur Reflexion über die Frage „Wie würde es mir ergangen sein, hätte ich in dieser Zeit gelebt?' und damit eine Möglichkeit zur Selbsterfahrung“, so Erich Wahl. Internationale Jugendkontakte und Veranstaltungen in der Region sollen helfen, den Umgang mit der belasteten Geschichte zu meistern.

Termine

24. März, 10 Uhr: Gedenkstätte Mauthausen: Themenrundgang „Frauen und Geschlecht im Konzentrationslagerkomplex“. Anmeldung: 07238/2269-35 oder teres.stockinger@mauthausen-memorial.org

7. April, 16 Uhr: Johann Gruber zum Todestag: Gedenkveranstaltung und Wanderung von Ruine Spilberg zum Memorial Gusen

18. April bis 24. August, 9 bis 17.30 Uhr: Ausstellung zu „Verdrängte Jahre – Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938 bis 1945“ in der Gedenkstätte Mauthausen

20. April, 16 bis 18 Uhr: Volksschule Langenstein: Erzählcafé zum Thema Flucht, Heimat und Vertreibung

INFO

Am 22. März 1938, zehn Tage nach dem Anschluss Österreichs, kündigt Heinrich Himmler, Reichsleiter der SS, die Errichtung eines Konzentrationslagers an. Fünf Tage später sagte Gauleiter August Eigruber: „Wir Oberösterreicher erhalten aber noch eine andere, besondere Auszeichnung für unsere Leistungen während der Kampfzeit. Nach Oberösterreich kommt das Konzentrationslager für die Volksverräter von ganz Österreich.“ In diesen Tagen fällt die Entscheidung für den genauen Standort des Lagers. Der Appellplatz in Mauthausen war die zentrale Achse des Häftlingslagers. In Sankt Georgen an der Gusen beginnen 1940 die Arbeiten an einem gigantischen Stollensystem für die unterirdische Düsenjäger-Fabrik „Bergkristall“. Etwa 100.000 Menschenleben forderte von August 1938 bis Mai 1945 die Todesmaschinerie im Komplex der Konzentrationslager Mauthausen/Gusen/St. Georgen.


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