Hoffnungsorte der Erinnerung und Bildung

Margarete Frühwirth Margarete Frühwirth, Tips Redaktion, 15.07.2019 07:00 Uhr

ST. GEORGEN AN DER GUSEN.  Inmitten der Wohngemeinde wurde unter dem Nazi-Regime ein Vernichtungssystem unter dem Decknamen Bergkristall  errichtet. Künftig wird eine Gedenkstätte vor dem Eingang daran erinnern.

In der unterirdischen Stollenanlage sind mehr als 10.000 polnische und ungarische Häftlinge beim Bau und später beim Betrieb der Waffen- und Flugzeugfabrik ums Leben gekommen. „Wir brauchen einen würdigen Ort, wo Menschen ihrer Familienmitglieder, ihrer Freunde gedenken können“, sagt Andrea Wahl (Geschäftsführerin der Bewusstseinsregion).

Holzpavillon im Park des Lebens

Nun wird der Holzpavillon des geschlossenen Sinneparks Münzbach zerlegt und auf einem Vorplatz zum Stolleneingang „Bergkristall“ wieder aufgebaut werden. Auf rund 300 m² sollen eine Dauerausstellung zum Thema „Ausbeutung durch Arbeit“ entwickelt werden und Bildungsveranstaltungen stattfinden. Die Bewusstseinsregion Mauthausen – Gusen –  St. Georgen erhält hier fixe Büroräumlichkeiten. Im Außenbereich findet ein „Park des Lebens“ mit Ruhezonen Platz. „Mit der Errichtung des Gebäudes haben wir die nötige Infrastruktur zur Vorbereitung auf den Besuch eines Gedenkortes oder des Audioweges und zur Nachbesprechung speziell auch für Schulen“, sagt Bürgermeister Erich Wahl (SP).

Hoffnungsorte Mauthausen, Gusen, St. Georgen

Für Christoph Freudenthaler, den Obmann der Plattform Johann Gruber, ist die Errichtung dieser Gedenkstätte beispielgebend. „Menschen mit unterschiedlichen weltanschaulichen Hintergründen, aus verschiedenen Initiativen haben dafür mitgewirkt. Das Wichtige ist nun, dass man die Ereignisse mit der Gegenwart in Verbindung bringt und St. Georgen ein Ort der Hoffnung wird. Mauthausen, Gusen und St. Georgen können Hoffnungsorte werden.“

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Die Gesamtkosten betragen 560.000 Euro und werden teilweise vom Land Oberösterreich und vom EU-Regionalförderfonds Leader übernommen. Einen Teil muss allerdings die Gemeinde finanzieren.  „Wir tragen die historische Last, indem wir Verantwortung übernehmen und zukunftsweisend damit umgehen“, freut sich Erich Wahl vor allem über den einstimmigen Beschluss des Gemeinderates für die Umsetzung dieses Projektes. Altbürgermeister Rudolf Honeder wird die Bauaufsicht übernehmen, ehrenamtliche Helfer sowie freiwillige Spenden sind ausdrücklich willkommen. Benötigt werden Zimmerer, Maurer, Installateure, Elektriker, Tischler, Helfer für Versorgung und Fahrtendienste. „Wir brauchen auch Sachspenden, Werkzeuge, alles was beim Hausbau erforderlich ist“, ersucht Erich Wahl um tatkräftige Unterstützung, damit die Gedenkstätte planmäßig zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen im Mai 2020 eröffnet werden kann.

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