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ST. GEORGEN/GUSEN. Mit einem Konzept für ein neues Oberstufengymnasium in St. Georgen an der Gusen wurde die Gemeinde erstmals im Frühjahr beim Land vorstellig. Inzwischen wurde das ambitionierte Vorhaben auch in Wien präsentiert. Nun heißt es Warten, ob diese Idee auch ins Schulentwicklungsprogramm des Landes aufgenommen wird.

Vor kurzem haben die St. Georgener ihr Konzept dem Ministerium vorgestellt. Jetzt muss der Plan für die neue Schule auch vom Land abgesegnet werden. Foto: Wodicka

„So eine Schule gibt es in Oberösterreich in dieser Form noch gar nicht“, ist Bürgermeister Erich Wahl überzeugt, „deshalb wäre dieses Gymnasium auch keine Konkurrenz für andere Bildungseinrichtungen.“ Das Konzept wurde von einer Expertenrunde ausgearbeitet und beinhaltet zwei mögliche Zweige: Einer soll sich mit den Schwerpunkten Sozialkompetenz, gesellschaftliche Verantwortung und Gesundheit beschäften, der andere eine Ausbildung in den Bereichen Umwelt, Technik und Wirtschaft ermöglichen. Die Idee dafür gebe es bereits seit vier bis fünf Jahren, durch die Gründung der Bewusstseinsregion sei nun die Zeit gekommen, diese auch umzusetzen.

Gegenwind von anderen Schulstandorten

Für das neue Gymnasium gibt es allerdings nicht nur Befürworter. Spürbaren Gegenwind gab es bereits aus der Bezirkshauptstadt und aus Baumgartenberg, wo sich die Direktoren nicht vorstellen können, dass der Bedarf im Bezirk gegeben sei. „Dem Ministerium hat das Konzept sowohl vom Standort her als auch inhaltlich gefallen. Nun muss das Land überzeugt werden, damit das Projekt in das Schulentwicklungsprogramm aufgenommen wird. Jetzt geht es darum, ob es auch einen politischen Willen gibt“, so Wahl im Tips-Gespräch.

Laut einer durchgeführten Machbarkeitsstudie werden in den kommenden Jahren im Einzugsgebiet (Katsdorf, Mauthausen, Ried, Langenstein, Luftenberg, St. Georgen an der Gusen, Engerwitzdorf und Steyregg) durchschnittlich 280 Schüler für die neunte Schulstufe erwartet. Würde sich rund ein Viertel für den Standort entscheiden, könnten in der Startphase pro Jahr zwei Klassen parallel geführt werden. „Man hat das schon in Enns gesehen, dass sich durch eine neues heimatnahes Angebot gleich 15 bis 20 Prozent mehr Kinder für das Gymnasium entscheiden“, ergänzt St. Georgens Ortschef. Am Anfang kann man die Klassen noch in der NMS St. Georgen unterbringen. Ein Start zwischen 2018 und 2020 sei daher möglich.

Neubau vor der NMS St. Georgen möglich

Danach könnte ein Neubau vor der Neuen Mittelschule Platz finden. Dort, wo sich derzeit noch Fahrradunterstände befinden. „Es geht um eine zusätzliche Chance für unsere Kinder, wir müssen die Bildung zu ihnen bringen.“ In Zeiten wie diesen sei darüber hinaus ein Schwerpunkt, in dem man sich mit historischen Zusammenhängen und herrschenden Menschenrechten auseinandersetzt, wichtig. „Für die Bewusstseinsregion wäre ein Gymnasium in St. Georgen und eine Hochschule in Mauthausen ideal“, lässt Wahl seine Zukunftsvisionen durchblicken.


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