Geplantes Pöttinger Werk in Stritzing: Grünzug beschlossen, Landwirte verärgert
ST. GEORGEN. Der Hick-Hack um das geplante Pöttinger Werk in der Gemeinde St. Georgen geht weiter. Ein Grünstreifen, der als Wildtierkorridor vom Umweltanwalt gefordert wurde, wurde im Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Ein erstes grünes Licht für den Bau des Werkes. Verärgert über diese Entscheidung sind die Grundbesitzer. „Nicht aufgeben“ will auch die Bürgerliste DU.

„Ohne diesen Grünstreifen wird es schwierig, das doch für uns alle wichtige Projekt zu realisieren“, erklärt St. Georgens Bürgermeister Karl Furthmair die Entscheidung, die Abstimmung über den Grünstreifen wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Mit vier Gegenstimmen der Liste DU, zwei Enthaltungen und zehn Fürstimmen wurde der Punkt beschlossen. Es sei laut Furthmair alles Mögliche getan worden, um die Grundbesitzer durch diesen Grünzug nicht einzuschränken. Es sei weiterhin alles erlaubt, was in der Landwirtschaft und im Grünland gestattet ist. Die Landwirte würden in ihrer Entwicklung nicht eingeschränkt. Aufgrund des Wildtierkorridors sei die Möglichkeit für ein Betriebsbaugebiet in Zukunft so und so ausgeschlossen. „Mit dem Grünzug hängt alles davon ab, ob wir die Chance haben, alles zu verwirklichen. Uns liegt viel an dem Projekt Pöttinger“, so Furthmair.
Wertminderung
Die Landwirte, deren Gründe sich im geplanten Grünzug befinden, zeigen sich verärgert. „Fünf Grundbesitzer haben jetzt deutliche Nachteile und eine millionenschwere Wertminderung zu tragen, während anderenorts landwirtschaftliche Flächen zu Betriebsbaugebiet aufgewertet werden“, erklärt Landwirt Stefan Huber. Mit einer „Grünzug“-Widmung werde die Möglichkeit, die Fläche in Betriebsbaugebiet umzuwidmen, für immer zunichte gemacht, meint Huber. „Es wäre auch nicht möglich, auf den Flächen selber einen Gewerbebetrieb zu bauen, obwohl andere Firmen ihre Hallen bis an meine Grundgrenze bauen konnten. Zusätzlich ist nicht absehbar, welche Einschränkungen in der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung noch kommen könnten. Ich denke an Einzäunungen für Freilandhaltungen oder Obstplantagen. Eine Einzäunung wird sich nur schwer mit der Durchgängigkeit eines Wildtierkorridors vertragen“, zeigt sich der Landwirt verärgert.
Alle Rechtsmittel ausschöpfen
„Nicht aufgeben und alle Rechtsmittel ausschöpfen“ will auch die Liste DU, die sich seit Beginn gegen das Pöttinger Werk stellt. Man will ein strategisches Umweltverfahren, man könne es nicht nur auf den Wildtierkorridor reduzieren, meint Klaus-Dieter Strobach von DU. „Man muss das gesamte Gebiet überprüfen, auch der Verkehr, das Licht und der Lärm haben erheblichen Einfluss auf die Bevölkerung.“ Es sei ein sensibles Gebiet, meint Strobach und sieht die weitere Versiegelung von Ackerflächen kritisch. Man will die Kausa bis zum Landesverwaltungsgericht bringen. Dass Pöttinger sich entschließen könnte, doch abzusiedeln, glaubt Strobach nicht und dennoch könne man „damit leben“. Auch an der Zahl an geplanten Arbeitsplätzen zweifelt Strobach: „Gerade in Zeiten der Robotik ist es nicht vorstellbar, dass 600 Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Von Seiten der Firma Pöttinger gab es bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme.


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