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Gemeinderatswahl: St. Leonhards neue Liste bekommt Drohbriefe – aktualisiert um 11.30 Uhr

Online Redaktion, 13.01.2020 08:33

ST. LEONHARD. Der Antritt der ÖVP-nahen Liste „Vision Leonhard“ bei der kommenden Gemeinderatswahl sorgte für einen Paukenschlag in der Marktgemeinde. Nun erhalten die Listenanhänger anonyme Drohbriefe. VP-Bürgermeister Hans-Jürgen Resel distanziert sich von den Briefen und verurteilt die anonymen Angriffe.

Diesen Brief erhielt VP-Gemeinderat Franz Schönbichler. Er kandidiert nun für die Liste Vision Leonhard.

Mit an Bord der neuen Liste Vision Leonhard sind mit Erich Radlbauer, Gerhard Dragovits und Franz Schönbichler gleich drei aktive VP-Gemeinderäte. Sie fordern gemeinsam mit rund 40 Unterstützern unter anderem einen engeren Schulterschluss mit der Nachbargemeinde Ruprechtshofen. Wie angespannt die Stimmung in der Marktgemeinde ist, zeigen nun anonyme Drohbriefe, die drei Kandidaten beziehungsweise Menschen, in deren familiären Umfeld, nun kurz vor der Wahl erhalten haben. Ein Schreiben richtete sich an VP-Gemeinderat Franz Schönbichler, die zwei weiteren Adressaten wollen anonym bleiben.

Parteiausschluss wird angedroht

„Sehr geehrter Herr Franz Schönbichler, Sie unterstützen also die neue Liste die zur Gemeinderatswahl am 26. Jänner 2020 antritt. Sie unterstützen Personen die uns Bäuerinnen für dumm und blöd erklären. [...“  Das kann doch nicht Ihr Ernst sein? Denken Sie in einer Ruhigen Minute [sic“ nach, mit wem Sie sich abgeben und unterstützen wollen. Sollten Sie dennoch die Liste unterstützen sehen wir uns gezwungen ein Ausschlussverfahren aus dem Bauernbund einzuleiten. Ebenso werden wir beantragen, dass Sie aus allen Ämtern, die Sie in den ÖVP Organisationen haben, ausgeschlossen werden“, heißt es in dem mit Rechtschreib- und Beistrichfehlern gespickten Brief. Mit einem Parteiausschluss droht der anonyme Verfasser auch in einem weiteren Schreiben einem anderen Mitstreiter der Vision Leonhard. „Solltet Ihr auf der Liste aufscheine [sic“ werden wir für euch ein Ausschlussverfahren aus allen Parteifunktionen einleiten“, so der dortige Wortlaut. Diese Formulierung lege den Schluss nahe, dass dieser Brief von Personen mit Entscheidungskompetenz in der Gemeinde-ÖVP initiiert beziehungsweise verfasst wurde, vermuten die Listenanhänger von Vision Leonhard.

Bürgermeister distanziert sich

VP-Bürgermeister und VP-Ortsparteiobmann Hans-Jürgen Resel distanziert sich auf Tips-Anfrage von den Drohbriefen. „Wir haben mit dieser Aktion nichts zu tun und verurteilen das alle“, so der Ortschef und betont: „Das ist nicht unser Stil.“ Auch er habe in der Vergangenheit vor Gemeinderatswahlen schon Drohbriefe erhalten. „Vor der letzten Wahl hat sogar meine Frau einen bekommen. Das trifft einen“, erzählt er. „Wenn man in der Öffentlichkeit steht, ist man leider vor so etwas nicht geschützt.“ 

„Haben wir für unmöglich gehalten“

„Das Ausmaß der Anfeindungen und persönlichen Diffamierungen haben wir nicht für möglich gehalten“, bedauert das Team Vision Leonhard. „Dieser Stil darf in einer Gemeinde, in der die meisten Menschen einander kennen, nicht weiter um sich greifen“, begründen die Listenanhänger den Gang an die Öffentlichkeit. 


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