Helfen war mir immer ein Bedürfnis
UNTERMÜHL. Den internationalen Weltrotkreuztag am 8. Mai nimmt Tips zum Anlass, wieder einmal Danke an alle zu sagen, die sich ehrenamtlich dort engagieren und ihre Freizeit so für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Einer, der seit Jahrzehnten ein wichtiger Eckpfeiler des Roten Kreuzes im Bezirk Rohrbach ist, ist Franz Riegler aus Untermühl.

Der rüstige 74-Jährige hat schon sein ganzes Leben lang neben Beruf und Familie Zeit gefunden, sich nicht nur beim Roten Kreuz zu engagieren, er ist seit 1968 bei der Feuerwehr und war 20 Jahre lang Kommandant der FF Neuhaus/Untermühl. Seit Bestehen der Rotkreuz-Dienststelle in St. Martin 1983 ist Franz Riegler dort tätig. „Zuerst habe ich mich mit meiner Frau als Rettungssanitäter engagiert. Uns war es immer ein Bedürfnis zu helfen.“ 2010 übernahm das Rote Kreuz St. Martin das Essen auf Rädern-Service und „da haben sie mich gefragt, ob ich das als Koordinator übernehme“, erzählt Riegler. Angefangen hat er im September mit 15 freiwilligen Mitarbeitern, die die Gemeinden Kleinzell und St. Martin belieferten.
Lichtblicke & Seelentröster
Inzwischen ist die Zahl der Mitarbeiter auf 23 angewachsen und sie legen für die derzeit 53 Kunden rund 20.000 Kilometer pro Jahr zurück. Gekocht werden die abwechslungsreichen Menüs im Bezirksaltenheim Kleinzell. Von dort holen die Freiwilligen die Essen in eigenen Warmhalteboxen ab. „Eine Runde dauert ungefähr drei Stunden und pro Tag liefern wir durchschnittlich 30 bis 40 Essen aus. Und die Leute freuen sich sehr, wenn wir kommen. Wir sind manchmal Seelentröster oder einfach Lichtblicke für sie in einem Alltag, der manchmal nicht sehr abwechslungsreich ist. Bei manchen weiß man schon von vorne herein, dass man ein wenig mehr Zeit einkalkulieren muss. Aber das ist es auch, was einen selber auch freut“, plaudert Riegler aus dem Nähkästchen. Beliefert werden hauptsächlich Senioren, aber auch Menschen mit Beeinträchtigungen. „Wir haben sogar eine Familie, die jeden Tag das Essen bekommt. Die Eltern sind schon sehr betagt und der Sohn ist auch nicht mehr der Jüngste. Da bietet sich der Service einfach an.“
Voraussetzungen
Großartige Voraussetzungen sind übrigens nicht erforderlich, um freiwillig bei Essen auf Rädern mitzuarbeiten. Lediglich ein 16-stündiger Erste-Hilfe-Kurs muss zu Beginn gemacht werden und ein Führerschein ist von Vorteil. Franz Riegler jedenfalls macht es Spaß, sich für die Mitmenschen zu engagieren. Und trotz seines Alters möchte er damit noch weitermachen, „bis es halt gesundheitlich nimmer geht.“ Hoffentlich noch sehr lange!
Zahlen und Fakten
Das Rote Kreuz St. Martin beliefert derzeit 53 Kunden mit Essen auf Rädern.Pro Jahr legen die Freiwilligen rund 20.000 Kilometer dafür zurück, seit 2010 haben sich so 163.000 Kilometer angesammelt.Bisher wurden schon mehr als 61.300 Essen ausgeliefert.Ein Menü, bestehend aus Vorspeise oder Suppe, Hauptspeise und Nachspeise kostet 7,90 Euro.


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