Schlagfertig: Golferin mit 90 Jahren
ST. OSWALD. Die mit 90 Jahren vermutlich älteste Golfspielerin von ganz Österreich schwingt beinahe täglich am Golfplatz St. Oswald ihre Schläger. Maria Mayrhofer spielt das überaus beachtliche Handicap 23.

„Mitzi“, unter dem Namen kennt und schätzt man Maria Mayrhofer in St. Oswald, gehört nach eigenen Angaben quasi schon „zum Inventar“ des örtlichen Golfclubs. Braungebrannt, mit flotter grauer Kurzhaarfrisur und im leuchtend roten Golfclub-Poloshirt steht die sportliche Oswalderin beim „Tips“-Besuch auf dem perfekt gepflegten Rasen und schwingt gekonnt ihre Schläger. Seit 22 Jahren spielen sie und ihr Mann Reinhard (78) Golf. 160 Turniere hat Mitzi bestritten, nicht wenige davon gewonnen, und hat auf Golfplätzen von Arizona (USA) bis Tunesien gespielt. „Mit 68 Jahren habe ich mit Golf angefangen und kann es nur jedem aufs Herzlichste empfehlen. Es gibt nichts Schöneres. Man ist mitten im Geschehen und hat a gmiatliche Gesellschaft. Je nach Wetter und Zeit spielen wir fast jeden Tag. Ein Haus und einen Garten habe ich ja auch noch“, sagt die leutselige und offene 90-Jährige. Drei bis vier Stunden dauert die 18-Loch-Runde, und dabei werden acht bis zehn Kilometer zurückgelegt. Ein Elektro-Trolley und ein Golf-Car erleichtern Maria Mayrhofer und ihrem Mann mittlerweile ihre Runden auf dem Platz. „Ich habe schon auf vielen Plätzen gespielt. Aber unserer hier in St. Oswald ist der Schönste“, ist sich Mayr- hofer sicher. Mitte Juni hat die älteste Golfspielerin Österreichs anlässlich ihres 90. Geburtstages – der zwar im März war, aber da ist“s wettertechnisch noch nichts mit Golfen – ein großes Turnier in St. Oswald organisiert. Alle 50 eingeladenen Gäste sind auch tatsächlich gekommen. Besonders gefreut hat sich die Pensionistin über den Besuch ihres ehemaligen Golflehrers Pepi Ebner. Zu den Turnier-Preisen steuerte das Ehepaar Mayrhofer übrigens selbst geschnitzte und bemalte Vogerl bei. Aber das ist eine andere Geschichte.
Geboren wurde Maria Mayrhofer „draußt in der Prärie“, wie sie sagt, und meint damit das Dörfchen March in der Gemeinde St. Oswald. Die Eltern hatten eine kleine Gast- und Landwirtschaft, sechs Geschwister gab es. Die ältesten zwei Brüder fielen im ersten Weltkrieg. „Freud und Leid sind zwei Brüder, und sie kehren immer wieder“, erinnert sich Maria Mayrhofer mit Tränen in den Augen. Als „Dirn“, also Magd, kam Mayrhofer als junges Mädchen auf einen Bauernhof, wo sie anfangs zwölf Schillinge Monatslohn bekam. Später ging sie für sieben Jahre nach Amerika - ohne ein Wort Englisch zu sprechen - um dort der Schwester ihres späteren Ehemannes mit den Kindern zu helfen. „Das war ein Ärzteehepaar und ich habe die beiden Kinder mit groß gezogen“, erinnert sich die selbst kinderlose Oswalderin. „Wenn die Kinder geschlafen haben, habe ich mir amerikanische Movies angeschaut und so Englisch gelernt.“ Später betreute sie eine ältere Dame, bevor sie der Liebe zu ihrem Reinhard wegen wieder in die alte Heimat zurückkehrte.


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