Auch nach fünf Jahren sorgt die Umfahrung St. Peter weiter für Ärger

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Alexander Kobler Alexander Kobler, Tips Redaktion, 01.06.2020 08:02 Uhr

ST. PETER/BEZIRK BRAUNAU. Auch knapp fünf Jahre nach der Eröffnung der UmfahrungSt. Peter im August 2015 sorgt der 5,5 Kilometer lange Straßenabschnitt auf der B148 weiter für erhitzte Gemüter. Erneut wurde von Infrastrukur-Landesrat Günther Steinkellner ein neuer Beobachtungszeitraum für die neu installierten Wildwarngeräte einberaumt. Jägerschaft und Bürgermeister fordern dagegen den schon lange geplanten Wildzaun, um die vielen Wildunfälle auf dem Abschnitt zu senken.

Im Schnitt 16.000 Verkehrsteilnehmer befahren täglich die im August 2015 eröffnete Umfahrung St. Peter auf der B148, welche die Gemeinden St. Peter, Mining und Weng betrifft. Diese sollte vor allem zu einer entsprechenden Verkehrsberuhigung im Ortskern führen.

Allerdings stellt vor allem der Wildwechsel auf dem Streckenabschnitt eine große Gefahr für Tier und Autofahrer dar. Knapp 250 gemeldete Wildunfälle, darunter auch ein tödlicher, gab es bereits seit der Eröffnung.

Fehlender Wildschutzzaun sorgt für Unmut

Deshalb war bereits zu Beginn ein Wildschutzzaun geplant, der etwa 600.000 Euro kosten soll, aber bis heute noch immer nicht umgesetzt wurde. Die Lösung mit akustischen Wildwarngeräten, die bereits mehrmals getauscht wurden, stößt vor allem der Jägerschaft sauer auf. Die Umfahrung wurde geplant und gebaut mit drei Wilddurchlässen inklusive Begleithecken, um das Wild zu den Durchlässen zu führen. Franz Reinthaler von der Bezirksjägerschaft bemängelt dabei vor allem auch, dass vielfach gegebene Zusagen von Seiten des Landes um Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner nicht eingehalten und zudem 2015 veraltete und seit Ende 2018 offensichtlich problembehaftete Wildwarngeräte installiert worden seien. Einen Vertrag über die Errichtung eines Wildzauns im Jahr 2017 konnten die drei betroffenen Gemeinden nicht akzeptieren, da darin festgelegt werden sollte, dass sie und nicht das Land für die Instandhaltungskosten aufkommen sollten. „Hier muss erwähnt werden, dass für die Verkehrssicherheitheit alleine der Straßenerhalter und nicht die Gemeinden zuständig sind“, beklagt Reinthaler.

Laut ihm und der Jägerschaft hat sich die Situation auf der Umfahrung im Bezug auf die Wildunfälle bis heute auch trotz der unterschiedlich eingesetzten Warngeräte nicht wesentlich verbessert. „Trotz dreifacher Dokumentation erklärt Herr Steinkellner, dass von unserer Seite unrichtige Zahlen geliefert werden, die gelieferten Zahlen können wegen der entsprechenden Dunkelziffer aber bestenfalls zu niedrig sein“, beklagt sich Reinthaler. Im April 2020 wurden wiederum überarbeitete Wildwarngeräte der Generation 3 auf der Umfahrung installiert und vom Landesrat ein weiterer Beobachtungszeitraum von einem Jahr angeordnet.

Auch Bürgermeister Wimmer ist verärgert

Auch St. Peters Bürgermeister Robert Wimmer ist mit der Situation rund um die Umfahrung mehr als unzufrieden. „Da wackelt der Schwanz mit dem Hund. Die vielen Wildunfälle auf der Umfahrung wären vermeidbar, wenn Herr Steinkellner mal sein Wort halten und nicht nur leere Versprechungen machen würde und einen Wildschutzzaun errichten ließe“, ärgert sich Wimmer.

Landesrat-Sprecher sieht Entwicklung dagegen positiv

„Da es einerseits Unstimmigkeiten hinsichtlich der tatsächlichen Anzahl von Wildunfällen gab und ein Übereinkommen zur Errichtung eines Wildschutzzaunes nicht zustande kam, gab es 2019 von Seiten des Landes den Kompromissvorschlag, in St. Peter die neueste Generation von Wildwarnern zu montieren und die Entwicklung der Wildunfälle unter klar vorgegebenen Rahmenbedingungen noch einmal für zwei Jahre zu beobachten. Die Erfahrungen nach dem ersten Jahr sind jedenfalls sehr vielversprechend“, erklärt dagegen Landesrat-Pressereferent Marco Sterk auf Tips-Anfrage. Die Fronten scheinen derzeit mehr denn je verhärtet und ein Ende des Streits um die Umfahrung noch immer nicht in Sicht.

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