Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Zeitreise-Magazin: Attentäter pachtete Steinbruch im Pielachtal für Sprengstoffanschläge

Thomas Lettner, 11.07.2018 11:25

BEZIRK. Vor Kurzem ist die dritte Ausgabe des historischen Magazins „Zeitreise“ erschienen, das die jüngere und ältere Vergangenheit des niederösterreichischen Zentralraums und des Mostviertels beleuchtet. Die ehrenamtlich forschenden Historiker haben sich wieder dahintergeklemmt und die Geschichte des Serienattentäters und Massenmörders Sylvester Matuska recherchiert, dessen Spur ins Pielachtal führt.

  1 / 2   Sylvester Matuskas vierter Anschlag auf den Nachtschnellzug Nr. 10 von Budapest nach Wien forderte 23 Todesopfer und zahlreiche Verletzte.

Sylvester Matuska wurde 1892 in Csantavér, einem Dorf mit hohem ungarischem Bevölkerungsanteil in Serbien, geboren. Nach dem 1. Weltkrieg arbeitete er als Gewürzhändler, Häuserspekulant in Wien und als Landproduktehändler. 1930 begann plötzlich eine Serie mysteriöser Zuganschläge, die vorerst niemand mit dem unscheinbaren Matuska in Verbindung brachte. In der Silvesternacht 1930 entdeckte ein Streckenanwärter auf der Westbahnstecke zwischen den Stationen Anzbach und Unter-Oberndorf (Bezirk St. Pölten-Land) gerade noch vor dem Eintreffen eines Zuges gelockerte Geleise und zwei entfernte „Laschen“. Dieser gefährliche Anschlag wurde fälschlicherweise als Lausbubenstreich abgetan.

Zweiter Anschlag

Erfolgreicher war Matuska bei seinem nächsten Anschlag am 30. Jänner 1931, als er wieder in der Nähe von Anzbach den von Wien nach Passau verkehrenden D-Zug Nr. 117 entgleisen ließ. Da der Zug einen Postwaggon angehängt hatte, nahm man an, dass es sich um einen Banditen-Anschlag handelte. Aufgrund von am Tatort sichergestelltem Beweismaterial und Hinweisen aus der Bevölkerung wurde eine nationale und internationale Fahndung nach Matuska ausgeschrieben.

Einsatz von Sprengstoff

Der Attentäter suchte darauf nach Möglichkeiten, an Sprengstoff zu gelangen. Im April 1931 pachtete er einen Steinbruch in Tradigist bei Rabenstein an der Pielach. Damit erhielt er ein sogenanntes Sprengbuch und Zugang zu Sprengmitteln. Im August 1931 verübte Matuska einen Sprengstoff-Anschlag auf den D-Zug Frankfurt am Main – Berlin in Deutschland. Die Ermittler fanden am Tatort unter anderem die Titelseite des nationalsozialistischen Blatts „Angriff“, konnten den Täter aber nicht ausforschen.

Festnahme und Auslieferung

Seinen schrecklichsten Anschlag verübte Matuska, als er im September 1931 den Nachtschnellzug Nr. 10 von Budapest – Wien entgleisen ließ. Dabei gab es 23 Tote. Die Budapester Staatspolizei wurde am Unfallort auf Matuska aufmerksam, musste ihn aber aufgrund fehlender Beweise gehen lassen. Schließlich geriet der Attentäter doch in die Fänge der Exekutive, fasste eine lebenslange Gefängnisstrafe aus und wurde nach Ungarn ausgeliefert.

Attentäter im Koreakrieg

Nach 1945 verlaufen sich Matuskas Spuren. Zahlreichen Meldungen zufolge soll er von den Russen befreit worden sein und in ihrem Auftrag Bombenanschläge im Koreakrieg ausgeführt haben. Wie es genau weitergeht, erfährt man im nächsten Zeitreise-Magazin, das im September erscheint. Es kann auf www.historische-ansichten.at bestellt oder im Direktverkauf im Café Pusch St. Pölten, im Stadtmuseum St. Pölten, in Florians Teichstüberl Wilhelmsburg, im Voralpenhof Hofegger Frankenfels und im Café Gmiadlich Weinburg erworben werden.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Tag der offenen Tür 2018 in der Tourismusschule St. Pölten

Tag der offenen Tür 2018 in der Tourismusschule St. Pölten

ST. PÖLTEN. Mit großem Aufwand und Hingabe präsentierten sich Schüler und Lehrer der Tourismusschule St. Pölten beim ...

Tips - total regionalThomas Lettner
Tauschkreis St. Pölten trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat im Saal der Begegnung

Tauschkreis St. Pölten trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat im Saal der Begegnung

ST. PÖLTEN. Der Tauschkreis St. Pölten hat eine neue Bleibe gefunden. Im Saal der Begegnung (Gewerkschaftsplatz 2; am Bahnhof Nordausgang ...

Tips - total regionalThomas Lettner
Neuer Bildband präsentiert St. Pölten in faszinierenden Bildern

Neuer Bildband präsentiert St. Pölten in faszinierenden Bildern

ST. PÖLTEN. Vor kurzem wurde der neue Bildband über die Landeshauptstadt präsentiert. Dieser hat 240 Seiten und ist in monatelanger ...

Tips - total regionalThomas Lettner
Verbesserungen auf der Traisentalbahn ab 9. Dezember 2018

Verbesserungen auf der Traisentalbahn ab 9. Dezember 2018

TRAISENTAL. Am 9. Dezember erfolgte der diesjährige europäische Fahrplanwechsel. Das Land Niederösterreich nutzte ihn, um unter ...

Tips - total regionalThomas Lettner
Sternsinger der Diözese St. Pölten ersangen voriges Jahr 1,5 Millionen Euro

Sternsinger der Diözese St. Pölten ersangen voriges Jahr 1,5 Millionen Euro

NÖ. Bald ist es wieder soweit: In den Tagen zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag (6. Jänner 2019) sind auch heuer wieder ...

Tips - total regionalThomas Lettner
Expertin des Gehörlosenverbands NÖ gibt Einblicke in die Welt der Gehörlosen und Schwerhörigen

Expertin des Gehörlosenverbands NÖ gibt Einblicke in die Welt der Gehörlosen und Schwerhörigen

ST. PÖLTEN. Seit 60 Jahren vertritt der Gehörlosenverband NÖ alle gehörlosen und schwerhörigen Menschen sowie Cochlea-Implantat-Träger ...

Tips - total regionalThomas Lettner
Weitere Beiträge