Aus allen Wolken fielen Betriebsrat und Belegschaft der Firma Voith Paper als ihnen Anfang Februar die Geschäftsführung offenbarte, dass am Standort St. Pölten an die 150 Mitarbeiter abgebaut werden (
siehe Artikel). Voith-Mitarbeiter äußerten danach in Gesprächen mit Tips St. Pölten die Vermutung, der Betriebsrat habe sich von der Geschäftsführung „über den Tisch ziehen lassen“. Diese Vorwürfe will Betriebsrats-Chef Joachim Haiderer nicht stehen lassen und kontert. Man habe im Vorfeld bis 2. Februar keinerlei Information seitens der Arbeitgeberseite erhalten. Keiner der an den acht Standorten betroffenen Belegschaftsvertreter hätte etwas gewusst: „Einem jeden ist es so ergangen“, so Haiderer gegenüber Tips. Man weise außerdem darauf hin, „dass Voith mit seinem Vorgehen das gesetzliche Informationsrecht des Betriebsrats systematisch und seit Monaten missachtet“. Man werde „Voith bei den anstehenden Ereignissen an den eigenen Werten messen“. Nach der bereits 2013 angekündigten Teilsperre des Standorts, wo fast 300 der 430 Mitarbeiter vor der Kündigung standen, musste allerdings mit weiteren Freisetzungen zu rechnen sein. Begründung der Firmenleitung damals war eine „Restrukturierung“ des Geschäfts. In einem Gespräch bereits im Herbst 2013 berichtete Haiderer gegenüber dem Autor dieser Zeilen von der innerbetrieblichen Anspannung angesichts der damals anstehenden Kündigungen. Auch stand damals bereits das Gerücht im Raum, der Standort werde geschlossen, zumal es eine Standortgarantie nur bis 2015 gegeben habe. „Wir werden uns die Struktur in St. Pölten anschauen“, so Haiderer damals wörtlich, „wir haben ja hochqualifizierte Arbeitskräfte hier, scheinen aber nur mehr die verlängerte Werkbank der Heidenheimer (*) zu sein.“ Man forderte seitens des Betriebsrats damals einen „treffsicheren Sozialplan“ von der Geschäftsführung. Haiderer setzte zudem „Hoffnungen in Politik und speziell in Bürgermeister Stadler“. Er habe bereits andere erfolgreiche Bemühungen des Bürgermeisters gesehen, daher glaube er, dass diese auch in dieser Causa erfolgreich seien. Damals stand auch Streik als letzter Ausweg zur Diskussion. Genutzt hat alles nichts. Der Standort Voith Paper steht 2015 vor dem endgültigen Aus. (*) Firmenzentrale von Voith in Deutschland
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