ST. PÖLTEN/BEZIRK. „Der Zustand der SP im Bezirk und im Land ist eine Katastrophe“, meint Weinburgs Bürgermeister Peter Kalteis, jahrelang auch Naturfreunde-Obmann in Niederösterreich. Die Grundstimmung unter manchen Funktionären sei schlimm. „Ich habe mich fünfzehn Jahre für diese Partei engagiert, sie liegt mir nach wie vor am Herzen, aber ich bringe mich jetzt nur mehr dort ein, wo ich auch etwas bewirken kann“. Daher habe er sich gänzlich nach Weinburg zurückgezogen. Kritik übt er vor allem an den handelnden Personen der Bezirksleitung, womit Kalteis nicht alleine steht. Es seien zu viele Wichtigtuer in der SP unterwegs, denen es nur um Posten geht, war sich jüngst eine Gruppe SP-Bezirks-Funktionäre im Gespräch mit Tips St. Pölten einig. „Es sollten Personen das Ruder übernehmen, die bewiesen haben, dass sie etwas weiterbringen“. Gemeint seien damit etwa die jungen Bürgermeister Rainer Handlfinger (Ober-Grafendorf) und Herbert Pfeffer (Traismauer), die etwa bei der Gemeinderatswahl ihre absolute Mehrheit zurückgewannen. Er schätze St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler als „einen der klügsten Köpfe in der SP“, aber „er sollte sich entscheiden, wofür er sich einsetzt: für die Stadt als Bürgermeister oder die Landespartei als Vorsitzender“. Stadlers Kommentar dazu: „Wenn andere Klubobmann und Bürgermeister sein können, kann ich auch Parteivorsitzender und Bürgermeister sein“. Worauf er wohl auf den neuen Wiener Neustädter Bürgermeister Klaus Schneeberger (VP) anspielte, der auch gleichzeitig Klubobmann der Landtagsfraktion der NÖVP ist. Aber auch unter den Jungen bei den Sozialdemokraten im Bezirk sind nicht wenige verzagt. Man könne sich zu wenig einbringen, werde nicht gehört. Brave Parteifunktionäre nur mit Visionen für die eigene Karriere verhinderten Perspektiven. Große Änderungen in der Bezirksleitung seien langfristig nicht zu erwarten. Käme es an der Spitze zu einem Rücktritt, gibt es bereits eine St. Pöltner Stadträtin als „auspaktierte“ Nachfolgerin die bisher auch nicht durch besondere Leistungen aufgefallen sei, sondern eher als Karriereschmiedin im eigenen Interesse, erklärt ein Bezirksfunktionär, der nicht genannt werden will.
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