VOR-Tarifreform ist "Schildbürgerstreich des Jahres"
ST. PÖLTEN. Für den Landtagsklub der Grünen ist die VOR-Tarifreform nicht in Ordnung. Klubobfrau Krismer sieht darin sogar einen Schildbürgerstreich.

„Das neue Tarifsystem des Verkehrsverbunds Ostregion (VOR) beendet den Zonendschungel und berechnet Fahrpreise aufgrund der Länge der verkehrsüblichen Strecken zwischen Start und Ziel. Dadurch ist das System fair und ausgewogen.“ So kommentierte der VOR selbst die Reform, die mit 6. Juli in Kraft tritt. Helga Krismer, Klubobfrau im NÖ Landtag, teilt diese Meinung nicht. „Das neue System ist noch weniger nachvollziehbar als das alte Zonensystem. Was daran fair sein soll, wenn eine Einzelfahrt in Wien für 21 Kilometer 2,20 Euro kostet (zB. Wien Floridsdorf-Wien Liesing) oder in Niederösterreich für 21 Kilometer (zB Gmünd-Vitis) 3,30 Euro fällig sind, verstehe ich nicht. Noch weniger nachvollziehbar wird es für mich, wenn die Kilometerpreise in ein und demselben Bundesland variieren. Für 23 Kilometer im Wiener Umland (zB. Wien Liesing-Bad Vöslau) sind nämlich 4,40 Euro fällig“, so Helga Krismer. Und: „Nur wer sich die Zeit nimmt und tüftelt, findet die für ihn günstigste Strecke und damit den günstigsten Tarif“, weiß Helga Krismer. Während manche Strecken in Niederösterreich billiger werden, sind andere künftig unverhältnismäßig teuer. Beispiel: Für die Bus-Jahreskarte von Münchendorf/Abzweigung Bahnhof zum Südtirolerplatz/Hauptbahnhof zahlt man seit 6. Juli statt 449 Euro dann 700 Euro - das ist eine Preissteigerung von 56 Prozent. Noch immer erhält Helga Krismer viele Mails von Pendlern, die ihren Unmut über diese „Reform“ kundtun. Deswegen ist die VOR-Tarifreform 2016 für die Chefin der Grünen Niederösterreich „Schildbürgerstreich des Jahres“. „Wir können es uns vor allem klimapolitisch nicht leisten auch nur einen einzigen Pendler in Niederösterreich zu verlieren. Die Reform hat wieder wichtige Unterstützer einer sauberen Klimapolitik vertrieben. Alle Öffi-Pendler müssten belohnt werden und kein Einziger darf bestraft werden“, so die Grüne. „Mit einem 365 Euro-Jahresticket für alle Öffis in Niederösterreich wäre das Problem schnell gelöst“, so der Lösungsvorschlag von Helga Krismer.


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