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SANKT PÖLTEN. Der Equal Pension Day markiert jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende erreicht haben werden. Dieser Tag fiel heuer österreichweit auf den 27. Juli.

(v. l.) Barbara Seyrl von fairwurzelt, Martina Eigelsreiter, Ivan Stanic, Ilse Knell (Büro für Diversität), SPÖ-Stadträtin Renate Gamsjäger Foto: Josef Vorlaufer

Mit einem Aktionsstand – aufgrund der Wettersituation im regengeschützten Eingangsbereich des Rathauses – informierten Barbara Seyrl vom Verein fairwurzelt (gemeinnütziges Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt für arbeitssuchende Frauen), SPÖ-Stadträtin Renate Gamsjäger und das Team vom Büro für Diversität zum Thema und verteilen Infomaterial, Fächer und Pfeiferln mit dem Aufdruck „FAIR PLAY! MEIN RECHT!“.

Keine Verbesserung zum Vorjahr

Anders als beim Equal Pay Day, wo seit seiner Einführung eine Aufwärtsentwicklung beobachtet werden konnte, gibt es laut Seyrl bei den Pensionen keine Verbesserung zum Vorjahr. In den Bundesländern Tirol, Salzburg und Kärnten habe sich der Tag nach vorne statt nach hinten verschoben. Zwischen den Bundesländern gebe es ebenfalls deutliche Unterschiede. „So liegt der Equal Pension Day in Vorarlberg (5. Juli) mehr als eineinhalb Monate vor jenem in Wien (25. August)“, unterstreicht Seyrl.

Abhängigkeitsspirale für die Frauen

„Seit 1994 hat sich der Anteil der Frauen, die Teilzeit arbeiten, von 26 auf 48 Prozent erhöht. Im Jahr 2014 gingen bei den 25- bis 49-jährigen Frauen mit Kindern unter 15 Jahren 67,3 Prozent einer Teilzeitarbeit nach. Dies bringt nicht nur weniger Einkommen durch geringere Erwerbsarbeitsstunden, auch der Stundenlohn sinkt: Eine Teilzeitkraft erhält um 22 Prozent weniger Lohn pro Arbeitsstunde. Der Anteil von Männern an Teilzeit ist sehr niedrig“, betont SPÖ-Stadträtin Gamsjäger.

Weitere Gründe für weniger Eigenpension von Frauen

Auch die Lohnschere habe Auswirkungen auf die Pension. „Frauen verdienen in Vollzeit für die gleiche Tätigkeit über 22,1 Prozent weniger als Männer in derselben Position. Schwer wiegt auch der segregierte Arbeitsmarkt, weil in einigen Branchen die Gehälter weit unter jenen der Männer liegen“, so Gamsjäger. Mit dem Wiedereinstieg nach der Karenz verringere sich ein zumeist niedrigeres Einkommen der Frau oftmals weiter durch Teilzeitbeschäftigung. Das Ergebnis dieser Einflussfaktoren sei, dass eine Frau in Österrreich durchschnittlich 43 Prozent weniger Eigenpension als ein Mann erhalte.

„Rechtzeitig über Rechte informieren“

„Pensionistinnen sind eine stark armutsgefährdete oder von Armut betroffene Gruppe. Darum rechtzeitig über Rechte informieren sowie darüber, was man selbst zu einer Existenz sichernden Alterspension beitragen und wie man sich vor Diskriminierung in der Arbeitswelt schützen kann“, betont Gamsjäger abschließend.

Wichtige Info-Stellen:

- Pensionsberatung der Arbeiterkammer

- Informationen des Bundeskanzleramtes


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Gastuser
Gastuser
06.08.2017 16:21

Früheres Antrittsalter!

Im Artikel wird leider wieder nicht das niedrigere Pensionsantrittsalter der Frauen als Grund niedrigerer Pensionen erwähnt. Bei gleichem Antrittsalter (und gleicher Erwerbslaufbahn) ist eine Frauenpension um über 25% höher als jene eines Mannes! Wenn ein 62-jähriger Mann in Korridorpension geht, hat er 15,3 % Abschläge. Eine 62-jährige Frau, die in Pension geht, bekommt 8,4 % Zuschläge. Diese Ungerechtigkeit wird noch über Jahre bestehen bleiben und wäre schon längst ein Fall für den EU-Gerichtshof.


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