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St. Valentiner Hobbyarchäologe zeigt einzigartige Funde aus der Eiszeit

Leserartikel Julia Karner, 16.04.2018 12:15

PERG/ST. VALENTIN. Dem Hobbyarchäologen Helmut Ardelt aus St. Valentin ist es gelungen, im Bezirk Perg zwei ehemalige Lagerplätze von Eiszeitjägern ausfindig zu machen. Im Stadtmuseum in Perg werden die einzigartigen Stücke in einer Sonderausstellung gezeigt.

Hobbyarchäologe Helmut Ardelt
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Vor etwa 40.000 Jahren wanderten erstmals kleine Gruppen des anatomisch modernen Menschen, aus Südosten kommend, durch das Donautal nach Mitteleuropa. Es waren Jäger und Sammler, die saisonal den Zügen der eiszeitlichen Wildtiere gefolgt sind. Die Menschen jagten damals in den trockenen Kältesteppen Mitteleuropas Rentiere, Wildpferde, Wisente, das bis zu acht Tonnen schwere Mammut, das Wollhaarnashorn und verschiedene Kleinsäuger. Jagdkonkurrenten waren der Wolf, der Bär, die Hyäne, der Löwe und vermutlich der späte Neandertaler. Die mit Löß bedeckten Hügel des donaunahen unteren Mühlviertels, boten damals bereits begehrte Lagerplätze für eiszeitliche Jägergruppen. Die Erhebungen gaben relative Sicherheit und eigneten sich vortrefflich zum Beobachten der Wildtiere im dort breiten und mit vielen kleinen Flussläufen durchzogenen Donautal.

Besondere Funde

Dem Hobbyarchäologen Helmut aus St. Valentin ist es vor rund 30 Jahren im Zuge von Geländebegehungen gelungen, im Bezirk Perg, zwei ehemalige Lagerplätze von Eiszeitjägern ausfindig zu machen. Er hat die besonderen Hinterlassenschaften der frühen Österreicher geborgen und dokumentiert. Neben der gesamten Palette verschiedenster Typen von Steinwerkzeugen und Waffen konnte Ardelt auch erste Kunstwerke, wie Schmuck aus fossilen Meeresschnecken aus der Altsteinzeit sicherstellen. Im Fundkomplex befinden sich aber auch Steingeräte aus der südlichen Frankenalb in Süddeutschland sowie aus der heutigen Tschechischen Republik, was die großräumige Vernetzung und Mobilität der Eiszeitjäger belegen. „Zwischen Bayern und der Wachau konnte so nun eine Fundlücke geschlossen werden“, so Ardelt. Eine Radiokarbondatierung (C14) bestätigt die bisherige Einschätzung des Alters der Lagerplätze von 35.000 Jahre vor heute. Die Funde sind damit um 5000 Jahre älter als die weltberühmte Venus von Willendorf.

Sonderausstellung, Workshop und Fachvortrag

Eine Auswahl, der für Oberösterreich einzigartigen Funde, von den Anfängen unserer Kultur wird vom 27. April bis 28. Oktober 2018 in einer Sonderausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt am 27. April um 19 Uhr, wozu jeder Interessierte eingeladen ist. Ein Workshop für Kinder von 8 bis 12 Jahren „Steinzeit erleben“ findet am Samstag, 26. Mai von 14 bis 16 Uhr im Heimathaus-Stadtmuseum Perg statt. Am 13. Juni um 19.30 Uhr folgt im Kulturzeughaus der Stadt Perg ein interessanter Fachvortrag der Experten Thomas Einwögerer von der Akademie der Wissenschaften in Wien und Andreas Maier von der Universität Erlangen/Nürnberg.

Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum Perg am 27. April um 19 Uhr

Sonderausstellung von 28. April bis 28. Oktober

Kinderworkshop „Steinzeit erleben“ am 26. Mai von 14 bis 16 Uhr

Fachvortrag im Kulturzeughaus Perg am 13. Juni um 19.30 Uhr


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