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STEYR. Am 9. November 1938 inszenierten die Nationalsozialisten ein Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung. Geschäfte wurden geplündert, Synagogen zerstört und jüdische Bürger verhaftet. Auch in Steyr wurden Juden verhaftet und eingesperrt. Die Steyrer Synagoge blieb verschont, weil sie zuvor arisiert wurde. Am Mittwoch, 9. November, findet um 17 Uhr eine Gedenkfeier am Jüdischen Friedhof statt.

Julia Wagner Foto: Mühlberger
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Grußworte wird heuer Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums in Wien, überbringen. Julia Wagner, Mitarbeiterin des Mauthausen Komitees Steyr, wird die Gedenkrede halten. Wagner ist verwandt mit der jüdischen Familie Sommer, die in Reichraming eine Messingfabrik besaß.

Musikalisch gestaltet wird die Feier vom Jugendchor „re-member“ unter der Leitung von Ursula Stöckl. Vertreter der Politik und Organisationen werden mit Kränzen der Opfer gedenken. Alle Teilnehmer können als persönlichen Akt des Gedenkens vor dem Holocaust-Denkmal „Steine des Erinnerns“ niederlegen. Die männlichen Teilnehmer werden gebeten, nach jüdischem Brauch am Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.

Der Friedhof befindet sich am Taborweg, zwischen Schnallentor und Taborrestaurant. Er zählt 141 Gräber und wurde 1874 eingeweiht. 1945 sollte er zerstört werden, aber das Kriegsende vereitelte diesen Plan. Das letzte Begräbnis fand 1992 statt. Das Mauthausen Komitee Steyr rettete den Friedhof vor dem Verfall. 1989 wurde an der Außenmauer eine Gedenktafel errichtet, 2008 das Holocaust-Denkmal mit 86 Namen der Steyrer Opfer.


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