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REGION STEYR. Wie in ganz Österreich waren auch in der Region Steyr Jugendliche bei der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ im Einsatz. Eine Gruppe werkte ehrenamtlich im Caritas-Seniroenwohnhaus Schloss Hall, im Jugendzentrum Gewölbe tauchte man in die Filmwelt ein.

Bischof Manfred Scheuer schaute bei der Steyrer Filmcrew vorbei. Foto: Katholische Jugend
  1 / 2   Bischof Manfred Scheuer schaute bei der Steyrer Filmcrew vorbei. Foto: Katholische Jugend

Im Caritas-Seniorenwohnhaus Schloss Hall trieben es die Schüler der 7. Klasse des Petrinums bunt: Sie malten drei Wohnbereiche aus und ließen bei kunstvollen Wandbildern ihrer Kreativität freien Lauf. Gemeinsam mit einigen Bewohnern bastelten die Jugendlichen in der hauseigenen Werkstatt noch weitere Dekorationen.

Alle zwei Jahre

Die Bewohner freuten sich über den Besuch, plauderten viel mit den Jugendlichen und überzeugten sich persönlich vom Fortschritt der jungen Arbeiter. Zum Abschluss der 72 Stunden wurden die neu gestalteten Wohnbereiche mit einem kleinen Fest eingeweiht. „Schade, dass es dieses Projekt nur alle zwei Jahre gibt. Sonst wären wir nächstes Jahr auch wieder dabei. Aber ich denke, wir haben das lustigste Projekt von allen bekommen.“, lachten die Schüler.

Film ab

In die Welt des Films tauchen vier Jugendliche bei einem 72-Stunden-Projekt im Jugendzentrum Gewölbe ein: Sie produzieren einen Film über die Grenzen der Kirche. Jonas (15), Felix (15), Wendelin (15) und Christina (20) starteten die Aufgabe, einen Film über die „Limits of church“ zu machen. Professionell unterstützt wurden sie dabei vom Filmteam „Traum und Wahnsinn“.

Drehbuch entwickelt

Die Profis halfen den jungen Leuten dabei, ein Drehbuch zu entwickeln, und erklärten ihnen die Grundlagen von Filmdreh und Filmschnitt. Die Ansprüche der jungen Leute an sich selbst waren hoch, soll der Kurzfilm doch als Einstieg beim Diözesanforum im November gezeigt werden.

Bischof als Besucher

Mitten bei den Dreharbeiten am Freitag erhielt das jugendliche Filmteam prominenten Besuch: Bischof Manfred Scheuer, der derzeit auf Visitationswoche im Dekanat Steyr ist, überzeugte sich persönlich vom Projektfortschritt. Der Bischof zu „72 Stunden ohne Kompromiss“: „Wenn ich an die Aktionen der letzten Jahre und in diesem Jahr denke, bin ich begeistert, mit viel Engagement und Kreativität und mit wie viel Durchhaltevermögen Jugendliche ans Werk gehen. Und ich bin überzeugt, dass diese Jugendsozialaktion dem Leben ein Mehr an Sinn gibt und verkosten lässt, was gutes Leben sein kann!“

Spaß kommt nicht zu kurz

Der Bischof unterhielt sich mit den Jugendlichen über die Frage: Was ist ein gutes Leben? Und was kann Kirche dafür tun? Jonas zum Projektziel: „Wir wollen gemeinsam herausfinden, wie Kirche mein Leben schöner machen kann. Welchen Mehr-Wert hat Kirche für mich?“ Und Wendelin ergänzt: „So viele erzählen ganz selbstverständlich, wie ihr Leben aussieht, was besser sein könnte und wo Kirche Platz haben könnte. Das wollen wir im Film versuchen umzusetzen.“ Neben ernsten Diskussionen war auch Zeit für ein Tischfußball-Turnier mit dem Bischof und eine gemeinsame Stärkung, bevor die „Filmcrew“ wieder ans Werk ging.

500 Jugendliche in Oberösterreich

Rund 500 Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren engagierten sich von 17. bis 20. Oktober in 46 sozialen Projekten: Sie malten, reparierten, gestalteten, pflanzten, ernteten oder schenkten einfach Zeit – und das 72 Stunden lang. Über den Einsatz der Jugendlichen konnten sich unter anderem Bewohner von Seniorenheimen, Asylwerber, Menschen mit Behinderung oder Besucher von Jugendzentren freuen.

Vorbild für andere Länder

Seit 2002 findet „72 Stunden ohne Kompromiss“ in Österreich alle zwei Jahre statt. Österreichweit waren heuer etwa 4.000 Jugendliche in ca. 300 Projekten im Einsatz. Auch in anderen europäischen Ländern wurde das Projekt inzwischen begeistert aufgegriffen. So gibt es „72 Stunden ohne Kompromiss“ inzwischen auch in Ungarn, Tschechien, Slowenien, Luxemburg, Deutschland, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, der Slowakei, Italien und der Schweiz.


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