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REGION STEYR. In Sachen Kinderbetreuung im Großraum Steyr stellt die Arbeiterkammer (AK) OÖ kaum Verbesserungen fest. Aber: Wolfern ist als 1A-Gemeinde dazugekommen.

Region Steyr liegt bei 1A-Kinderbetreuung über OÖ-Durchschnitt. Symbolfoto: Weihbold
Region Steyr liegt bei 1A-Kinderbetreuung über OÖ-Durchschnitt. Symbolfoto: Weihbold

Flexible Arbeitszeiten, aber starre Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen. Gruppenschließungen, weil viele Eltern ihre Kinder wegen der Nachmittagsgebühren abmelden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird nicht leichter, im Gegenteil. Der aktuelle Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer zeigt für den Großraum Steyr im Vergleich zum Vorjahr nur wenige Verbesserungen.

„Die Beteuerungen des Landes, das Angebot sei bedarfsgerecht, sind unglaubwürdig“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer. Die große Elternbefragung, die die AK im vergangenen Jahr durchgeführt hat, spreche eine andere Sprache. „Es müssen endlich in allen Gemeinden professionelle und aussagekräftige Bedarfserhebungen durchgeführt werden“, fordert Kalliauer. Die Platzvergabe müsse auch serviceorientiert und transparent erfolgen: „Da landen die Eltern oft in einer Warteschleife. Sie brauchen aber zeitgerecht Informationen, ob und wann sie mit einem Betreuungsplatz für ihr Kind rechnen können.“

Mit dem Kinderbetreuungsatlas gibt die AK jedes Jahr einen Überblick über das Angebot in den Gemeinden. Als Maßstab für das Ermöglichen einer Vollzeitbeschäftigung wurde der Vereinbarkeitsindikator für Beruf und Familie (VIF) herangezogen, der für Kindergärten konkrete Kriterien vorsieht: mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit (Mo.–Fr.); an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet; Mittagessen zumindest von Montag bis Donnerstag und maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen.

7-mal Bestnote in Region

Jene Gemeinden, die alle Voraussetzungen erfüllen und darüber hinaus eine Betreuung für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder anbieten, hat die AK als „1A-Gemeinden“ besonders positiv hervorgehoben. Das sind im Großraum Steyr die sieben Gemeinden Adlwang, Bad Hall, Garsten, Sierning, Steyr-Stadt, Weyer und jetzt auch Wolfern. Damit sind 33,3 Prozent der Gemeinden im Raum Steyr 1A. Man liegt damit über dem Landesdurchschnitt von 20 Prozent.

Von 39 Verbesserungen in Oberösterreich entfallen drei auf Steyr-Land. So hat die Gemeinde Losenstein eine Betreuung für Unter-Dreijährige eingeführt, Rohr und Wolfern haben die Öffnungszeiten im Kindergarten verbessert. Unverändert gibt es weiters acht A-Gemeinden im Bezirk (38,1 Prozent). Hier liegt die Region Steyr knapp unter dem OÖ-Schnitt von 38,4 Prozent.

Weitere Fakten

In 14,3 Prozent der Gemeinden in der Region Steyr gibt es keinerlei Angebot für Unter-Dreijährige, in 9,5 Prozent keine Betreuung für Volksschulkinder. 9,5 Prozent bieten kein Mittagessen im Kindergarten und 23,8 Prozent der Kindergärten haben kürzer als acht Stunden geöffnet.

Insgesamt sei laut AK die Situation in Oberösterreich unbefriedigend: Für lediglich 4,1 Prozent der Unter-Dreijährigen und 23,6 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen gibt es einen Kinderbetreuungsplatz, der Vollzeitarbeit ermöglicht. Damit liegt das Bundesland weit unter dem österreichischen Durchschnitt, bei den Unter-Dreijährigen sogar mit Abstand an letzter Stelle.


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