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STEYR. Als viertes Spital in Oberösterreich ist das Klinikum Steyr als „Baby-friendly-Hospital“ zertifiziert worden. Grundlage dafür ist, dass möglichst viele Mütter ihr Neugeborenes stillen.

Maria Großauer begleitet Mutter und Kind als Stillbeauftragte. Foto: OÖG
  1 / 2   Maria Großauer begleitet Mutter und Kind als Stillbeauftragte. Foto: OÖG

Dass das Stillen unzählige Vorteile für das Kind bringt, steht für Primar Hermann Enzelsberger außer Zweifel. Doch auch die Mutter profitiert, weil das Stillen Krankheiten verhindern kann. Studien belegen, dass Mütter, die stillen, deutlich seltener an Eierstock-Krebs erkranken. „Die Natur ist immens gescheit. Der Eisprung wird durch das Stillen verhindert“, erklärt Enzelsberger.

Positive Einstellung

Das Gütesiegel „Baby-friendly-Hospital“ erhält man am 14. November in Bad Gleichenberg, es wird für vier Jahre gültig sein. Ein Zehn-Punkte-Plan für erfolgreiches Stillen musste dafür umgesetzt werden. „Ein wichtiges Kriterium für das erfolgreiche Stillen ist eine positive Einstellung dazu schon in der Schwangerschaft. Darum informieren wir werdende Mütter schon sehr bald über die Vorteile des Stillens, räumen mit Mythen auf und nehmen Ängste. Ist das Baby dann da, sorgt das Team für eine entspannte Atmosphäre und dafür, dass Mutter und Kind genügend Zeit für Hautkontakt, das sogenannte Bonding, haben“, erklärt Diplomkrankenschwester Maria Großauer, Stillbeauftragte des LKH Steyr. „Oft gelingt das erste Stillen ganz intuitiv, aber natürlich helfen und unterstützen die Hebammen beim ersten Anlegen“, sagt Großauer. Neugeborene sollen übrigens keine Schnuller oder sonstigen Sauger bekommen und Nahrung nur in Form von Muttermilch aufnehmen.

Quote deutlich erhöht

Für das Gütesiegel musste das Krankenhaus nachweisen, dass mindestens 75 Prozent der Mütter ausschließlich stillend das Spital verlassen. „Wir haben schon jahrelang in diese Richtung gearbeitet“, betont Großauer. Die Stillquote wurde in den letzten Monaten deutlich erhöht, aktuell freut man sich über einen Wert von 80 Prozent. Viel Energie wurde in die Schulung des Personals gesteckt. Miteinbezogen wurden nicht nur die Mitarbeiter der Geburtenabteilung, sondern auch alle, die mit den Neugeborenen in Kontakt kommen – zum Beispiel auch Reinigungskräfte.

Kein Zwang

Für die Zertifizierung gab es eine große Zustimmung im ganzen Haus, der Ärztliche Direktor Michael Hubich übernahm die Projektleitung. Wichtig ist dem Spital, dass man auch jene Mütter, die nicht stillen können oder wollen, besonders unterstützt.


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